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Archiv für den Monat Dezember 2017

[Drabble] Von Menschen und Sonnenuntergängen

Während ich darauf warte eine Steampunk Kurzgeschichte von I. Jakobs unter den Rotstift zu bekommen widme ich mich stattdessen ihrem Drabblewunsch, der wie folgt lautete: „schwindsüchtige Sonne, Aufräumarbeiten, Tinte
 
Ich leide an Schwindsucht. Nicht an Tuberkulose, die diese Bezeichnung ebenfalls trug sondern an dem Symptom, das für die Namensgebung verantwortlich war. Allerdings ist es nicht mein Augapfel, der schwindet, sondern mein ganzes Sein.
I
ch werde vergehen und mit mir auch sie. Jene, die malerische Worte für so vieles fanden und auf einem Planeten leben, der von Wasser gezeichnet ist. Wie riesige Seen blauer Tinte erstreckt es sich und wird von meinem Untergang zum Kochen gebracht werden. Meine Energie wird es verdampfen während ich schrumpfe. So viel sie geschaffen haben, so viel haben sie auch zerstört. Zeit für die Aufträumarbeiten.
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[Drabble] Von Kaffee und Schlafmangel

Kurz vor Weihnachten kam mir der Wunsch „Deadline – Weihnachten – Kaffee“ von Yves Rien nur allzu recht! 😉
 
Längst schmeckte der Kaffee ihr nicht mehr und auch seine aufputschende Wirkung konnte ihrem Schlafdefizit kaum noch etwas entgegen setzen. Weihnachten stand vor der Tür und es galt Fristen einzuhalten, reibungslose Abläufe zu planen.
Immer wieder fielen ihr die Augen zu und das laute Schnarchen ihres Mannes, das sie noch vor wenigen Nächten sehnsüchtig in Richtung Bett hatte schielen lassen, machte sie nun eher aggressiv. Er schlief seelenruhig. Er, der den ganzen Ruhm einstreichen würde. Er, der ihr kaum Dank für ihre Arbeit zeigte.
Aber sie tat es nicht für ihn. “Denk an die Kinder”, murmelte die Frau des Weihnachtsmanns.
 

[Drabble] Von Leichen und Festen

Heute wird es Dank Erik Anderberg düster. Sein Wunsch war “a dark thriller from an animal’s point of view” und ich habe versucht das Ganze an die Jahreszeit anzupassen.
 
Sie hatten ihm seine Familie genommen. Er war nach Hause zurückgekehrt um ihre Leichen auf dem Boden vorzufinden. Doch das hatte ihnen nicht gereicht, hatten sie ihm doch auch sein Heim und all die Erinnerungen, die in diesem steckten, gestohlen.
Fassungslos starrte er die leblosen Körper und den Kontrast von Blut auf Schnee an. Sie hatten sie mit Füßen getreten. Seine Trauer wich Zorn. Er würde diese Monster finden!
Er suchte ohne Unterlass und war am Ende seiner Kräfte als er es entdeckte. Sein Heim. Seine Flügel zitterten vor Fassungslosigkeit. Sie hatten es mit Lichtern geschmückt um ihn zu verhöhnen!
 

[Drabble] Von Zauberern und Konflikten

Der heutige Wunsch kam von Nathalie Tassotti und lautete „Orangensaft, Jogginghose, Zauberer„:
 
Die Krempe seines spitzen Huts ragte ihm in die Stirn und passte farblich ausgezeichnet zu seiner Robe. Seine Finger legten sich um einen schlanken Holzstab. “Ich kümmere mich darum”, dröhnte seine Stimme im Raum. “Ich bin der größte Zauberer, keine Sorge!”
Ein Räuspern. Skeptisch starrte ihn der Paladin über den Tisch hinweg an. “Und wie genau willst du das machen?”
„Mit dem Gebräu in meinem Kelch!”
Wieder unterbrach ihn eine Stimme, dieses Mal kam sie von der Bogenschützin. “Das ist Orangensaft und du trägst Jogginghosen unter deiner Robe. Krieg dein Ego in den Griff oder such dir eine andere Rollenspielgruppe!”