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Archiv für den Monat Oktober 2017

[Drabble] Von Verlust und Winter

Die heutigen Vorgaben kamen von Yves Rien und lauteten: Portal, Verlust und Hoffnung

Noch immer spürte er ihre letzte Berührung. Sie war durch das Portal geschritten, hatte ihn allein gelassen weil es ihre Aufgabe war. Ohne sie würde ihr Reich untergehen, sie allein trug die Verantwortung, doch ohne sie drohte nun er unterzugehen.
Sie hatten stets gewusst, dass ihre gemeinsame Zeit begrenzt war und dennoch…
In ihrem Reich brachte sie einen todesähnlichen Schlaf, ihn aber hatte sie mit einer ungekannten Lebendigkeit erfüllt.
Tränen schimmerten in seinen Augen. Er durfte die Hoffnung nicht aufgeben. So wie ihr Reich nach dem Winter zu neuem Leben erwachte so war auch das Ende ihrer Liebe nicht besiegelt.

 

[Drabble] Von Bananen und Missverständnissen

Der heutige Wunsch – Banane / Schredder / Gin – kam von Markus Germknödl und ich hoffe er hat seinen Spaß daran 🙂
 
Haben Sie jetzt komplett den Verstand verloren?” Entgeistert starrte Mr. Marlow seine Sekretärin an, die vor lauter Schreck in sich zusammen gesunken war und kein Wort mehr hervor brachte.
Um seine Wut zu mäßigen und unter Umständen eventuell gar dazu fähig zu sein etwas Amüsantes an der ganzen Sache zu finden, trat Marlowe an seine in einem Regal eingebaute Bar heran und goss sich eine großzügige Portion Gin in einen Schluck Tonic.
“Sie sagten ich solle alles auf Ihrem Tisch schreddern”, meldete sich die Sekretärin schließlich kleinlaut und erklärend zu Wort.”
“Die Akten und Papiere, aber doch nicht meine Banane!”
 
Es steht nicht nur Halloween vor der Tür sondern auch der diesjährige NaNoWriMo und deswegen hätte ich mal wieder eine Bitte an euch: ich würde für diese Zeit gerne schon fertig geschriebene und geplante Drabbles haben aber dafür brauche ich haufenweise Wünsche!
 

[Drabble] Von Flüchen und Liebe

Der heutige Wunsch kam mal wieder von Yves Rien und lautete: Schnur – Fluch – Romanze

Flüche sind hinterhältige Kreaturen, die nicht zu unterschätzen sind. Meine Liebste und ich kannten kein Leid ehe die Alte, der unsere Liebe ein Dorn im Auge war, versprach unseren fleischlichen Sünden ein Ende zu bereiten.
Sie stahl meine Liebste, hängte sie an Fäden, ließ sie zur ihrer Unterhaltung tanzen. Mit einer Schere schlich ich in das Versteck der Alten. Es war leicht, zu leicht wie ich bald herausfinden würde. Viele Flüche haben zwei Phasen, so auch der Marionettenfluch. Meine Liebste tanzte an Fäden, mir aber fällt es immer schwerer diese Worte zu schreiben. Bald werde ich ganz aus Holz sein.
 

[Drabble] Von Wohnrecht und Spukgestalten

Der heutige Wunsch kam aus der Familie – meine Mama und mein Sohn wollten „eine Gruselgeschichte, eine Melone und eine Katze in der Hauptrolle„:
Merkwürdige Dinge geschehen, die sie sich nicht erklären können. Dinge, die ihnen Angst machen und um den Schlaf bringen. Zerfetzte Zeitungen, Spuren von Krallen an neuen Möbelstücken. Melonen, die von selbst vom Tisch rollen und auf den Fliesen ein Massaker anrichten.
Sie wissen nicht, dass ich existiere. Manches Mal können sie mich aus dem Augenwinkel sehen und nachts hören sie wie meine Tatzen über den Holzboden rasen. Ich habe das Recht hier zu sein. Menschen und Hausbewoher kommen und gehen, doch ich bleibe.
Zu Lebzeiten war ich mehr als ein Haustier und durch meinen Tod habe ich endgültiges Wohnrecht erlangt.