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Archiv für den Monat Dezember 2015

Das grausame Abschlachten meiner Ausreden: November 2015.

Das grausame Abschlachten meiner Ausreden: November 2015.

Dieses Jahr stand der National Novel Writing Month im Schatten von zwei Umständen, und brachte mir zwei Erkenntnisse.

Hoppla! Hallo erstmal. Ich bin – fast – neu hier.

Meine liebe Kollegin Anja Slauf hat mir angeboten, mein NaNoWriMo Resümee für dieses Jahr hier zu veröffentlichen – also, hier bin ich, und hier ist meine (etwas verspätete) Zusammenfassung des diesjährigen Schreibwahnsinns im November.

Ein paar Zahlen vorneweg:

November 2015 war mein 4 ½-ter NaNo. 2011, 2012 und 2013 schrieb ich im November jeweils über 50.000 Worte. Die Halbzahl kommt daher, dass ich mich im Juli 2013 am Camp NaNo versuchte – und circa zur Halbzeit stecken blieb.

Das war damals mein erster Versuch, „Railrunner“ zu Papier zu bringen.

Im diesjährigen NaNo, also gute zwei Jahre später, griff ich das Projekt wieder auf – und hier haben wir Nummer #1 der zwei oben erwähnten Umstände: Ich startete mit einem Text in den NaNoWriMo 2015, der kein Neuprojekt war.

Es wird immer wieder empfohlen, den NaNo mit etwas Frischem anzugehen – dadurch kommt man leichter, unbelasteter in den Schreibflow, muss sich nicht lange damit aufhalten, sich an alte Storylines, Charakter-Hintergründe und sonstige Details zu erinnern, und überhaupt – es ist alles einfach so viel aufregender, wenn die Ideen neuer sind.

Nachdem ich die Erfahrung der „anderen Seite“ jetzt gemacht habe, kann ich mich dieser Aussage anschließen – allerdings mit einem „aber“, zu dem ich noch kommen werde 😉

Umstand #2 kam deutlich unerwarteter: Nachdem ich Ende September meine Diplomprüfung abgelegt und mich darauf eingestellt hatte, die nächste Zeit mal nur mit meinem Nebenjob im Tanzstudio auskommen zu müssen, flatterte mir justament in der ersten November-Woche ein Jobinterview ins Haus: Aufgrund eines langfristigen Krankheitsfalls dort begann ich also am 9.11. an einer Schule zu unterrichten.

Ich will euch nicht mit den Details langweilen – kurzum: Wenn ihr Leute sagen hört, dass Junglehrer so ziemlich ihre gesamte Freizeit mit der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts zubringen, dann ist das nicht übertrieben. Damit fiel unter der Woche – und auch zu großen Teilen des Wochenendes – fast alles an Schreibzeit flach.

So viel zu den Umständen.

Nachdem ich hier nun aber schreibe – und nicht wimmernd in einer Ecke sitze – könnt ihr es euch vielleicht schon denken: Ich lebe noch. Nicht nur das, ich habe es irgendwie geschafft, trotz allem schlussendlich doch über 50.000 Worte zu Papier zu bringen. Ich kann es selbst noch nicht ganz fassen.

Abgesehen von der unglaublich lieben Unterstützung durch mein Umfeld habe ich das NaNoWriMo-Sieger-Zertifikat vor allem dem Team Tintenzirkel zu verdanken: Im Tintenzirkel hatte ich mich schon Ende Oktober für ein „Battle-Team“ gemeldet – das sich im NaNo dann mit einem anderen „Battle-Team“ einen (freundschaftlichen) Kampf der Wortzahlen lieferte. Und so beschloss ich am Ende der zweiten November-Woche, in der ich so gut wie nichts geschrieben hatte, trotzdem nicht aufzugeben – nicht meinem Projekt zuliebe, sondern um mein Team nicht hängen zu lassen.

Und das bringt mich nun zu Fazit #1: Auch wenn die Entscheidung weiterzumachen ursprünglich für das Team war, den NaNo durchzuziehen kam schlussendlich vor allem „Railrunner“ zugute.

Natürlich ist viel Blödsinn entstanden, in all den Schreibsprints, die ich ohne großes Nachdenken machen musste, da ich keine Zeit hatte vorweg zu plotten. Einige Nebencharaktere wechselten spontan – mehrmals! – Namen, weil ich schlicht nicht den Kopf hatte, nochmal nachzusehen, wie ich die Guten nun ursprünglich wirklich benannt hatte.

Aber durch das Dranbleiben, durch den Druck weiter und weiter und weiter zu machen, ist so viel entstanden, das bei gemächlichem Schreibtempo wohl nie in dieser Form dahergekommen wäre. Ich konnte – endlich – wieder in das Projekt eintauchen, auch wenn es durch die Arbeit vielleicht eben nur ein „ein-“ und nicht ein völliges „unter-tauchen“ war.

Ich habe im November (zum Teil ziemlich unerwartet) neue Charaktere kennen gelernt, alte wieder lieb gewonnen, Storyblockaden überwunden und „Railrunner“ – bis auf circa 2 Kapitel, an denen ich jetzt im Dezember noch arbeite – in der Rohfassung fertig geschrieben.

Also, Fazit #1: Ja. Ein Altprojekt wieder aufzugreifen ist schwierig im NaNo. Aber, verflixt nochmal, das war es wirklich wert.

Das, und fast noch wichtiger: Fazit #2 ist der simple Satz „Keine Ausreden mehr“. Nie wieder. Ich habe im November geschwitzt, geheult, gestrampelt, gejammert, geächzt und gestöhnt wie eine Dampflock, so wenig geschlafen wie schon lange nicht mehr und trotzdem geschrieben. Ich habe in einer Zeit fast 51.500 Worte geschrieben, in der ich Tag und Nacht  über Stundenbildern, Korrekturen, Vorbereitungen und Nachbereitungen sitzen musste. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher wie.

Aber eines steht fest: „Keine Ausreden mehr.“

Und wer auch immer hier mitliest: Solltet ihr mich jemals wieder bei der Aussage ertappen, ich hätte keine Zeit zu schreiben…

Erinnert mich an diesen November. An „Railrunner“.

Und zieht mir eine Pfanne über den Schädel.

 
 

„Choose your own Adventure“ – Adventkalender 2015

Während I. Jakobs während der Adventzeit Drabbles verschenkt gibt es bei mir bis Weihnachten eine interaktive Fortsetzungsgeschichte.

Das Ganze findet seit Dienstag auf meiner Facebook Seite statt. Täglich gibt es ein neues Stück Geschichte und jeden Tag endet der Beitrag mit drei Optionen, aus denen der schnellste Kommentator wählen kann wie es mit der Geschichte rund um Captain Ianto Felis weitergehen soll.

Da ich gerne eine Übersicht schaffen würde, die es eventuellen Interessenten erleichtern soll das bisher Geschehene komfortabler nachzulesen als auf Facebook, werde ich in diesem Beitrag die Geschichte ebenfalls posten und täglich aktualisieren.

Los gehts.

1.Dezember

Sternzeit 2371.34

Mein Name ist Captain Ianto Felis, vor kurzem wurde mir mein drittes Leben genommen.

Um mich herum erstreckt sich das große Nichts des Weltalls, nur hin und wieder kreuzen Himmelskörper oder andere Raumschiffe meinen Pfad. Ich habe eine Mission und sie sieht es nicht vor, dass ich mich mit den Problemen anderer abgebe. Als einsamer Jäger kann ich es mir nicht erlauben meine Zeit zu verschwenden, nicht bevor ich gefunden habe wonach ich suche. Meine Heimat, das einzige Zuhause, das ich je gekannt und geliebt habe. Bis es mir gestohlen worden war.
Ich wende meinen Blick von der größtenteils unbelebten Weite des Weltraums ab, viel zu viel Zeit verbringe ich damit ins Nichts zu starren. Zeit, die mich meinem Ziel keinen Schritt näher bringt. Stattdessen wende ich mich nun der kleinen Bar zu, die ich mir in meinem Quartier eingerichtet habe. Erst gieße ich Vodka, dann Kaffelikör in eine Schale. Der scharfe und gleichzeitig süßliche Geruch steigt mir in die Nase und ich rümpfe sie. So kann man das nicht trinken. Schnell fülle ich mit Sahne auf und betrachte den White Russian vor mir ehe ich ihn mit kräftigen Zügen aus der Schale lecke. Das habe ich gebraucht. Ich beginne zu schnurren und bin froh, dass ich alleine bin. Niemand darf mich so sehen, es ist ohnehin schon schwer genug als humanoider Kater ernst genommen zu werden. Mit dem Handrücken wische ich mir über die Lippen, beseitige die letzten Rückstände des Drinks.
Wie stets hilft mir der Alkohol klare Gedanken fassen zu können und ich wende mich nun wieder den Sternkarten zu, die ich auf dem Tisch ausgebreitet habe. Der Drang mich auf das Papier zu legen und mich selbst an der Arbeit zu hindern steigt in mir auf, doch ich kämpfe ihn entschlossen nieder. Ich muss mich konzentrieren. Die Diebe sind mir immer einen Schritt voraus, doch dieses Mal werde ich sie einholen! Dieses Mal werde ich mein Zuhause zurückerlangen. Mein Blick fällt auf die nun leere Ecke meines Quartiers, in dem der große Karton immer gestanden hat. Er war perfekt gewesen, nur in ihm hatte ich wirklich friedlich schlafen können.
Ich schlage meine Krallen in die Sternkarte, höre wie das Papier reißt. Ich werde diese Bastarde erwischen, koste es was es wolle!

Option 1: Ianto schläft trunken ein und wacht auf als sein Schiff gekapert wird.
Option 2: Ein Funkspruch der Diebe ertönt aus den Lautsprechern.
Option 3: Ianto trinkt weiter, erinnert sich an vergangene Leben.

(- Das Thema für die Ausgangsgeschichte waren ein Bild einer dicken Katze im All, das Genre Romance und der Zusatz, dass der Love Interest der Katze ihr(e) Lieblingsschachtel/karton sein soll.)

2.Dezember

Ein Knacken in den Lautsprechern seiner Kommunikationsanlage lässt Ianto mit den Ohren zucken. Er ist fernab jeglicher Personen, die aus wohlgesonnenen Gründen Kontakt mit ihm aufnehmen würden, das Geräusch kann also nur Probleme bedeuten.
Wieder knackt es, erinnert ihn unweigerlich daran, dass sein Schiff kaum mehr ist als die Summe der Schrottteile, aus denen es besteht. Dann kristallisiert sich eine Stimme aus den Störgeräuschen, wird nach und nach verständlicher. Ianto legt den Kopf schief, lauscht.
„…die Schachtel gehört jetzt uns, hör auf ihr hinterher zu jagen, das bringt dir nichts außer Probleme. Es ist nur ein Karton, vergiss ihn einfach.“
Ianto schnaubt und ist mit einem Satz bei der Schaltfläche des Kommunikators, die er ganz altmodisch per Knopfdruck aktivieren muss um diesem Bastard antworten zu können.
„Nur ein Karton?“ faucht er. „Deswegen geht ihr also sogar über Leichen um ihn zu erbeuten?“ Er ist fassungslos, seine Haare sträuben sich als wären sie statisch aufgeladen.
Ein heiseres Lachen, durchzogen von einem erneutem Knacken der Übertragung. „Du weißt wofür wir ihn brauchen, dir dient er doch ohnehin nur als Schlafplatz. So eingebildet muss man mal sein solch einen Schatz zu besitzen und seinen Wert dadurch zu mindern, dass man darin schläft.“ Die Stimme klingt aufrichtig schockiert, Menschen fällt es seit jeher schwer derartige Gedankengänge nachzuvollziehen.
„Selbst wenn, das macht es dennoch nicht zu einer guten Rechtfertigung für Diebstahl und schon gar nicht für Mord!“ Ianto zittert am ganzen Körper als er die Worte regelrecht ausspeit.
„Mord?“ Die Stimme wagt es erneut zu lachen. „Diebstahl ist es definitiv gewesen aber Mord? Du lebst doch noch, oder?“
Fassungslosigkeit macht sich in Ianto breit und ehe er sich genug gesammelt hat um etwas zu erwidern ertönt wieder die Stimme:
„Im Grunde seid ihr euch doch gar nicht so unähnlich, du und dein Karton! Er wird sein Dasein beenden um auf andere Weise weiter zu existieren. Du, Kater, verlierst ein Leben nur um kurz darauf das nächste zu beginnen. Die Tatsache, dass ich auch bei deinem geliebten Schlafkarton ein Teppichmesser verwenden werde zeugt lediglich von meinem persönlichen Sinn für Ironie.

Option 1: Ianto versucht herauszufinden was sie mit dem Karton vorhaben.
Option 2: Ianto schlägt vor lauter Wut auf den Knopf und beendet den Funkspruch.
Option 3: Ianto bekommt Panik, die Erinnerungen an seinen dritten Tod überwältigen ihn.

3.Dezember

Ehe er auch nur realisieren kann was er im Begriff ist zu tun schlägt Ianto nach dem Knopf der Funkanlage. Das Knacken verstummt und auch die Stimme kehrt nicht wieder zurück.
Ein lauter und anhaltender Schrei entkommt seinen Lippen. Blind vor Wut sieht Ianto sich um. Sein Blick fällt auf das nächstbeste Regal und mit einem Satz ist er dort, fegt sämtliche Gegenstände mit der Pfote vom Regalbrett auf den Boden. Eines der Dinge zerspringt in unzählige Scherben doch auch das weiß seine Wut nicht zu mindern. Die Sachen vom Tisch müssen ebenfalls auf dem Boden landen.
Noch immer schreit er und langsam beginnt seine Kehle zu schmerzen. Der Schrei wandelt sich in ein Krächzen und Ianto sinkt zitternd zu Boden. Er weiß was er eben getan hat und allein der Gedanke daran füttert die Wut, die Wut auf ihn selbst. Der Funkspruch ist beendet und er hat nicht die geringste Ahnung woher er gekommen war. Er hat sich von dem Dieb, seinem Mörder, provozieren lassen und hat seiner eigenen Wut nachgegeben. Die einzige brauchbare Spur, die sich ihm bisher geboten hat, und nun ist sie wieder verschwunden. Ianto fasst sich an die Stirn, er hätte versuchen müssen Details aus der Stimme herauszulocken, vielleicht wäre es ihm gelungen herauszufinden was ihr weiterer Plan ist.
Ziellos starrt er an die Wand seines Quartiers. In diesem Moment vermisst er seinen Karton noch um ein Vielfaches mehr. Immer war er da gewesen wenn er gebraucht wurde und jetzt braucht Ianto ihn so sehr. Kein Problem dieser Welt scheint unlösbar wenn er sich in den Karton zurückziehen, eine Runde schlafen und dann mit ausgeruhtem Verstand aufwachen kann. Doch jetzt ist er völlig auf sich alleine gestellt.
Ein Piepen lässt seine Ohren zucken. Ein weiterer Funkspruch? Nein, dieses Piepen kommt von dem automatisierten und körperlosen Piloten, dem er hin und wieder das Steuer verlässt. Die Frequenz des Piepen erhöht sich und mit einem Sprung ist Ianto auf den Beinen. So hilflos er sich auch fühlt, es gibt eine Sache die er tun kann. Seine Autopilot braucht Hilfe eine Entscheidung zu treffen.
Blinkende Lichter versuchen seine Konzentration zu stören, doch Ianto starrt verbissen auf die Monitore. Einer der Planetoiden, die er auf seinem Weg passiert, ist mittlerweile bewohnt. Ein Umstand, der ihn darauf hinweist wie veraltet seine Reisedaten sind. Der Autopilot piept noch immer, wartet auf eine Entscheidung. Mit einem Knopfdruck wird er deaktiviert und Captain Ianto Felis übernimmt selbst das Steuer und ändert die Zielkoordinaten.

Auf wen soll Ianto als nächstes treffen?
Option 1: Die Diebe, mal sehen ob die Stimme immer noch so überheblich ist wenn sie auch einen Körper hat
Option 2: Eine Katzenbesitzerin, die sich zu dem humanoiden Kater hingezogen fühlt
Option 3: Einen aufgebrachten Schrotthändler, der behauptet, dass ihm Teile von Iantos Schiff gestohlen wurden

4. Dezember

Nervös streicht Ianto sich die Haare mit der Pfote glatt. Auf neue Leute zu treffen ist immer nervenaufreibend, zu viele Menschen haben ein Wesen wie ihn noch nie mit eigenen Augen gesehen. Dennoch kann er sich die Chance nicht entgehen lassen Informationen zu sammeln oder zumindest seine Vorräte aufzustocken. Viel Sahne hat er nicht mehr übrig und wenn ihm die erst einmal ausgeht dann kann er bezüglich seiner Laune für nichts mehr garantieren.
In einem Spiegel kontrolliert er ob er auch wirklich vollständig angezogen ist. In dieser Hinsicht sind Menschen sehr eigentümlich und er hat gelernt nicht unnötig weitere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Ianto verlässt sein Raumschiff und betritt eine Welt, in der es dämmert. Augenblicklich weiten sich seine Pupillen, seine vortreffliche Nachtsicht passt sich den Lichtverhältnissen an. Er will sich umsehen, sich einen raschen Überblick über seine Umgebung erschaffen, doch überall herrscht Bewegung und ständig wird seine Aufmerksamkeit umgelenkt. Er seufzt und ballt eine Faust, seine Krallen sind ausgefahren und der Schmerz hilft ihm dabei sich nicht ablenken zu lassen.
Ein Lebensmittelladen, Sahne geht immer vor. Ohne Sahne könnte er womöglich das Bäuchlein verlieren, das ganz eindeutig darauf hinweist, dass er kein Straßenkater mehr ist.
Seine Augen erspähen ein unscheinbares Lokal, das eben jemand mit einem Stoffbeutel verlässt. Iantos Nase zuckt. Fisch, es riecht nach Fisch. Hoffnungsvoll steuert er auf die Tür zu und ein rascher Blick durch das Sichtfenster lässt ihn erkennen, dass er mit seiner Vermutung richtig liegt. Der technologische Stand dieser Kolonie ist selbst in den Augen eines Katers, der auf einem Schrottschiff lebt, erbärmlich und hinterwäldlerisch. Er versucht sich seine Meinung nicht anmerken zu lassen und greift nach einem der Plastikkörbe, in denen Kunden ihre Waren sammeln können. Plastik, ein Produkt aus Zeiten als die Menschheit dachte der Erde würde das Erdöl nie ausgehen, oh wie sie sich getäuscht hatte!
Das Kühlregal mit den Milchprodukten brummt beängstigend und Ianto ist überzeugt, dass es bald seinen Dienst aufgeben wird. Er greift nach einer Sahneflasche als eine Stimme an seine Ohren dringt. Nicht eine Stimme – die Stimme! Seine Ohren zucken, versuchen zu orten woher sie kommt. Die Flasche klirrt leise als er sie gedankenverloren in den Korb fallen lässt. Er ist bereits am Ende des Regals, späht vorsichtig in den nächsten Gang. Da ist die Stimme wieder und dieses Mal hat sie einen Körper. Iantos Haare stellen sich auf. Die Erinnerungen an seinen dritten Tod sind unscharf, doch mit ziemlicher Sicherheit beobachtet er in diesem Moment seinen Mörder dabei wie er an einer Frucht riecht.

Und, wie gehts weiter?
Option 1: Ianto konfrontiert den Dieb und Mörder
Option 2: Ianto lässt den Korb fallen
Option 3: Ianto flüchtet aus dem Laden

5.Dezember

Der Korb trifft auf dem Boden auf ehe Ianto überhaupt bemerkt ihn fallen gelassen zu haben. Das spröde Plastik bricht und die Sahneflasche zerschellt in unzählige Scherben. Träge betrachten Iantos Augen wie die weiße Pracht sich in einer Lache ausbreitetet. Der Geruch frischer Sahne steigt ihm in die Nase und unwillkürlich schnellt seine Zunge für einen Sekundenbruchteil aus dem Mund. Wie gerne würde er zumindest ein wenig davon kosten. Nur ganz schnell, ganz vorsichtig um sich auch ja nicht an einer der Glasscherben zu schneiden! Die Sahne hüllt seinen Verstand in einen milchig weißen Nebel.
Durch diesen Nebel hindurch nimmt er eine Bewegung wahr. Genau, er hat den Korb doch fallen gelassen weil er sich geschreckt hat! Schlagartig klärt sich sein Sichtfeld und die Welt um ihn herum ist wieder gestochen scharf. Für einen kurzen Augenblick schauen sie sich in die Augen ehe der Mörder seinen Blick abwendet, die Frucht zurücklegt und nach einer anderen greift. Erkennt er ihn nicht? Ianto steht schockiert der Mund offen. Binnen Sekunden spulen sich einige weitaus realistischere Szenarien in seinem Kopf ab. Ianto hätte weglaufen können. Der Mörder hätte weglaufen können. Sie hätten einander wissend anstarren können, was wiederum einen Ausgangspunkt für unzählige weitere Szenarien geboten hätte. Aber das…
Ianto verharrt auf der Stelle während zu seinen Füßen ein Angestellter beginnt die Sahne aufzuwischen und ihn darauf hinweist, dass er sie dennoch bezahlen muss. Gedankenverloren nickt der Kater, starrt weiterhin auf den Mann mit der Stimme des Mörders, der sich nun endlich für eine Frucht entschieden und diese in seinen eigenen Korb gelegt hat. Der Mörder schlendert in den nächsten Gang und Ianto stolpert beinahe über den kaputten Einkaufskorb als er ihm hinterhereilt.
Im nächsten Gang ist er nicht und Ianto wird panisch. Wie kann er ihnen binnen so kurzer Zeit verloren haben? Gehetzt sieht er sich um. Die Neonröhren blenden ihn und seine Pupillen ziehen sich zu schmalen Schlitzen zusammen. Dann hört er die Stimme wieder und folgt ihr. Der Mörder wartet darauf seinen Einkauf bezahlen zu können. Schnell schnappt Ianto sich eine neue Flasche Sahne und begibt sich ebenfalls in Richtung der Kasse. Der Mann ist nicht alleine, während er seine Waren auf das Förderband legt unterhält er sich mit einer jungen Frau. Nun greift sie zärtlich nach seinem Arm, es besteht kein Zweifel daran, dass die beiden ein Paar sind.
Ianto stellt die Sahne ab, lässt den Mörder und seine Begleitung keine Sekunde aus den Augen. Der Mann zahlt und die junge Frau lässt ihren Blick schweifen. Sie entdeckt den Kater und ihre Augen weiten sich vor Entsetzen.

Warum?
Option 1: Die Frau hat noch nie ein humanoides Tier gesehen und wird panisch.
Option 2: Die Frau ist nicht unschuldig an dem Diebstahl und dem damit einher gegangenen  Mord.
Option 3: [Deine Option hier einfügen]

6.Dezember

Sie erkennt ihn. Ianto weiß nicht woher, doch die junge Frau erkennt ihn ganz eindeutig. Rasch beugt sie sich zu ihrem Begleiter, wispert ihm etwas zu und hastet aus dem Laden.
Auch Ianto will alles stehen lassen und ihr mit langen Sätzen nacheilen, doch er widersteht diesem Instinkt, bleibt ruhig oder versucht zumindest nicht vollends in Panik zu geraten. Der Mörder dreht sich nicht zu ihm um, wirft ihm keinen prüfenden Blick zu, vielleicht hat sie ihm also gar nicht gesagt weshalb sie weg läuft. Auch gut, das soll ihm nur recht sein.
Der Mörder zahlt und macht sich auf den Laden zu verlassen während Ianto die Rechnung für die Sahneflaschen begleicht. Er lässt die Flasche in seine Manteltasche gleiten während er zurück auf die Straße tritt. Das Tempo des Mörders ist rasch aber keineswegs gehetzt. Ianto krümmt seinen Rücken ein wenig, versucht sich kleiner, unscheinbarer erscheinen zu lassen. Seine Schritte sind bedächtig, doch keine Sekunde lässt er sein Ziel aus den Augen. Es sind Momente wie diese, in denen ihm seine Gene ausgesprochen nützlich sind. In jedem Schatten verschwindet er während er sich seiner Beute lautlos nähert.
Der Mörder betritt ein Schiff und die Ladeklappe bleibt hinter ihm offen stehen. Menschen wie er fürchten sich wahrscheinlich vor absolut gar nichts. Wer es wagt ihr Schiff ungefragt zu betreten muss damit rechnen mit seinem Leben zu bezahlen. Ein leises Grollen bildet sich in Iantos Kehle. Furcht steigt in ihm auf doch davon wird er sich nicht abhalten lassen. Wenn seine Vermutung stimmt, dann befindet sich auch seine Kiste auf diesem Schiff und eine Gelegenheit wie diese kann er sich einfach nicht entgehen lassen.
Seine Ohren sind gespitzt als er eine lautlose Pfote nach der anderen auf die Rampe setzt. Nun ist er im Bug des Schiffes. Holzkisten und Metallcontainer stehen eng beieinander. Wen sie wohl noch aller bestohlen haben?
Stimmen. Die Stimme des Mörders und die einer Frau dringen an seine Ohren und er hält darauf zu. Sie unterhalten sich. Irgendetwas ist merkwürdig. So eindeutig er die Stimme des Mörders auch erkennt, so klingt der Mann dennoch anders. Der Tonfall stimmt nicht.
„Was ist los?“ will er wissen.
„Das war er.“ Die Stimme der Frau ist tonlos und kaum zu verstehen.
„Wer?“ Die Naivität, die in der Stimme des Mörders mitschwingt lässt schwarze Punkte vor Iantos Augen tanzen.
„Der, den ich getötet habe.“

Wie geht es weiter?
Option 1: Ianto irgnoriert die Unterhaltung, sucht stattdessen nach seiner Kiste.
Option 2: Ianto lauscht weiter.
Option 3: [deine Option] „Ianto macht sich – absichtlich oder unabsichtlich?“

7.Dezember

Ianto wankt, hat er das eben wirklich richtig verstanden?
Um nicht umzufallen muss er sich an der nächstbesten Wand abstützen. Pling. Etwas hängt an einer Schnur von der Decke, schlägt bei seiner Berührung gegen die Wand. Ianto spitzt die Ohren. Nein, sie dürften ihn nicht gehört haben. Erleichtert atmetet er auf.
Pling Pling Pling.
Er sieht seiner Pfote dabei zu wie sie immer wieder gegen den kleinen Gegenstand schlägt. Im selben Moment in dem er inne hält verstummt auch das Gespräch im Nebenraum. Toll.
Pling. Jetzt war es auch schon egal. Pling.
Schritte nähern sich und kurz darauf sieht er wie die Frau im Türrahmen steht und ihn anstarrt.
„Schließ die Ladeöffnung“, herrscht sie den Mann hinter sich an und dieser eilt um ihrem Befehl Folge zu leisten. Kurz darauf schließt sich die Luke, die den einzigen Ausweg dargestellt hat. Nach getaner Arbeit stellt der Mann, den Ianto für seinen Mörder gehalten hat, sich wieder hinter die Frau, die ihm eigener Aussage nach das Leben genommen hat.
Erinnerungen schwirren durch Iantos Verstand, doch er bekommt sie nicht recht zu fassen. Er erinnert sich an das Messer, erinnert sich an den Schmerz und an das Nichts, das ihn umgeben hat ehe er seine Augen wieder geöffnet und in sein viertes Leben geblickt hat. In keiner dieser Erinnerungen sieht er seinen Mörder vor sich. Seine Mörderin?
Doch die Stimme. Der Mann hat eiskalt und amüsiert geklungen und nun folgt er dieser Frau beinahe wie ein Schoßhündchen.
„Was hat das alles zu bedeuten?“ Iantos Stimme ist rau und er hofft dadurch eher beängstigend als verängstigt zu wirken. „Wer bist du?“ Er starrt die junge Frau an, der es für eine vermeintliche Mörderin ausgesprochen schwer fällt seinem Blick standzuhalten. Auch wenn seine eigene Angst beinahe übermächtig ist, so beruhigt es ihn doch ein wenig, dass die Situation nicht nur für ihn unangenehm ist.
„Wer ich bin?“ wiederholt sie seine Frage lediglich.
Ianto legt den Kopf schief. Ist sie etwa beschränkt? Ihr Blick streift durch die Gegend, erst nach einer gefühlten Ewigkeit begegnet sie wieder Iantos Blick.
„Ich bin…“

Option 1: „…auch nur ein kleines Rädchen einer großen Maschine.“
Option 2: „…das Ende deiner verbleibenden Leben.“
Option 3: [deine Option]

8.Dezember

„Wie bitte?“ Ianto wählt den wahrscheinlich ungünstigsten Moment für Höflichkeit. Die Alternative wäre jedoch entsetztes Schweigen und so ist er mit seiner Wahl durchaus zufrieden.
Wieder schweigt die junge Frau und wendet ihren Blick ab. Auch der Mann, den Ianto bisher für seinen Mörder gehalten hat, versucht Blickkontakt mit ihr herzustellen. Wenn jemand auch nur annähernd so verwirrt ist wie der Kater so ist es er.
Sie verlässt den Raum und die beiden anderen starren einander an. Einige Momente lang verharrt der Mann unschlüssig ehe er sich aufmacht der jungen Frau zu folgen, in der Bewegung dreht er sich aber zu Ianto um und deutet ihm ebenfalls weiter in das Raumschiff vorzudringen. Gemeinsam betreten sie einen Raum, der scheinbar das Quartier der Mörderin ist und schockiert starrt sie die Eindringlinge an. „Was soll das? Ihr habt hier nichts zu suchen.“ Ihre Stimme klingt gepresst, keine Sekunde lang sieht sie Ianto direkt an.
Der Mann legt die Stirn in Falten, immer wieder schweift sein Blick zu dem Bett, das gemütlich aussieht, aber sicher keineswegs mit einem Karton mithalten kann. Wütend schlägt die Frau auf den Tisch, an dem sie sich niedergelassen hatte. „Dafür natürlich schon, wenn mir danach ist. Wie begriffsstutzig kann man eigentlich sein?“ Sie springt auf und funkelt beide gleichermaßen wütend an. „Raus hier oder ich vergesse mich!“
Mit hängenden Schultern verlässt der Mann den Raum und Ianto starrt ihm verwirrt hinterher ehe er beschließt ihm zu folgen. Der Mann öffnet ein Fach auf Augenhöhe und entnimmt ihm eine Flasche mit bernsteinfarbener Flüssigkeit. „Willst du auch einen?“ fragt er, doch Ianto rümpft lediglich die Nase. Pur kann er Alkohol in keinster Weise vertragen und er kann es sich nicht erlauben Schwäche zu zeigen indem er alkoholische Sahne aus einem Glas leckt.
„Warum will sie mich töten?“ bringt er das Gespräch direkt auf den Punkt.
Der Mann senkt die Flasche von seinen Lippen und starrt Ianto verwirrt an. „Ich weiß es nicht.“
Frustriert bringt Ianto die Haare auf seinem Kopf durcheinander. „Aber du musst etwas wissen, es warst schließlich du, der mir via Funkspruch gedroht hat!“ Er ist Captain Ianto Felis und er lässt sich von nichts und niemandem für dumm verkaufen!
Der Mann stellt die Flasche ab um mit beiden Händen in seinen Hosentaschen zu kramen, kurz darauf zieht er ein zerknülltes Papier hervor und streicht es notdürftig glatt ehe er es Ianto reicht. „Ich hab nur vorgelesen was sie mir notiert hat!“
Es stimmt. Wortwörtlich. Sie hat sogar Anmerkungen über die gewünschte Tonlage aufgeschrieben. Ianto seufzt auf, das Ganze erscheint wesentlich komplizierter als gedacht.

Option 1: Ianto versucht dem Mann zu erklären, dass er für die Mörderin kaum mehr als eine Marionette ist.
Option 2: Ianto bittet doch um einen Drink und versucht mehr Details über die Frau herauszufinden
Option 3: [Deine Option] Option 2/3: Er betrinkt sich mit dem Mann. Beide erzählen vielleicht mehr, als sie sollten.

9.Dezember

Iantos Blick fällt auf die Flasche mit Hochprozentigem, dann zieht er selbst die Sahne aus der Manteltasche und hält sie hoch. „Du hast nicht zufällig auch etwas, das sich damit annehmbar mischen lässt?“ will er hoffnungsvoll wissen. „Ich glaubte, ich könnte jetzt doch ganz gut einen Drink vertragen.“
Ein leichtes Lächeln erscheint im Mundwinkel des Mannes. „White Russians?“
Ianto nickt erfreut, das war weitaus besser als er es sich erhofft hat.
Rasch wirft der der Mann einen Blick in Richtung des Quartiers der Frau. „Wir sollten nicht hier trinken“, erklärt er und nimmt weitere Flaschen aus dem Fach. Ianto lässt er nichts tragen. Vielleicht ist er ein äußerst zuvorkommender Gastgeber, vielleicht will er auch einfach nur seinen Alkohol keinen Pfoten anvertrauen. „Gläser habe ich in meinem Zimmer“, meint er noch und geht bereits voran. Ianto folgt ihm, die Sahneflasche weiterhin im sicheren Griff.
Das Quartier des Mannes ist wesentlich schlichter möbliert und vor allem das Bett erscheint bedeutend unbequemer. Mit einem leisen Klirren stellt er die Flaschen auf einem kleinen Tisch ab und Iantos Sahne gesellt sich dazu. Erst füllt er sein eigenes Glas. Whiskey. Pur. Dann beginnt er Iantos White Russian zu mischen. Der Kater kann sich nicht erinnern wann er zuletzt aus einem Glas getrunken hat.
„Prost“, meint der Mann und kippt seinen Whiskey herunter. Ianto lässt sich mehr Zeit, doch bald ist auch sein Glas leer. Flink schnellt seine Zunge über die Lippen, erwischt auch den letzten Rest der köstlichen Sahne. Rasch sind die Gläser wieder aufgefüllt.
„Ianto“, hält er ihm nach dem zweiten White Russian die Pfote hin. Er ist es ausgesprochen leid ihn in Gedanken weiter als „der Mann“ oder „der, den ich ursprünglich für meinen Mörder gehalten habe“, zu bezeichnen. Der Mann zögert. Seine Finger zittern sogar leicht als er sein Glas an die Lippen hebt. Dann aber ergreift er doch Iantos Pfote und drückt sie leicht. Ob es ihn wohl fasziniert wie weich sie ist?
„Gareth“, stellt er sich nun ebenfalls vor und Ianto lächelt ohne es vorgehabt zu haben. Nun da ihre Namen genannt sind scheinen sie vorerst genug geredet zu haben, denn beide widmen sich wieder den Gläsern vor sich. Ianto genießt die wohlige Wäme, die er an der alkoholischen Variante seiner Sahne so sehr liebt. Gareth lässt sich die Wirkung des Whiskey bisher noch nicht anmerken, wahrscheinlich ist er es durchaus gewohnt zu trinken.
Noch einmal werden ihre Gläser aufgefüllt und immer häufiger begegnen sich ihre Blicke. Beide wollen sie augenscheinlich das Wort ergreifen doch keiner von ihnen weiß so recht wie.
„Lässt sie dich häufiger ihre Nachrichten überbringen?“ spricht Ianto schließlich den Zettel an, auf dem die ihm übermittelte Drohung bis ins kleinste Detail niedergeschrieben war.
„Manchmal“, gibt Gareth zu. „Wenn sie glaubt, dass eine männliche Stimme ernster genommen wird.“ Erschrocken schlägt er sich die Hand vor den Mund und stößt mit der hektischen Bewegung sein Glas um. In neu gewonnener Freiheit breitet sich der Whiskey auf der Tischplatte aus.

Option 1: Sie trinken weiter und beide plaudern aus dem Nähkästchen.
Option 2: Die Frau unterbricht sie.
Option 3: [deine Option!]

10.Dezember

„Ups“, lacht Gareth auf und Ianto vermeint ein erstes Anzeichen eines Lallens erkennen zu können. Wie gut, dass der Alkohol nicht nur bei ihm eine eindeutige Wirkung zeigt.
„Wer ist sie?“ bringt der Kater das Gespräch zurück auf den Punkt doch der Mann ihm gegenüber winkt ab während er versucht der Whiskeypfütze mit einem Lappen Herr zu werden. „Ich habe schon genug gesagt.“ Zu gerne hätte Ianto widersprochen, stattdessen greift er zur Whiskeyflasche und füllt Gareth Glas auf. Vielleicht gelingt es ihm ja auf diesem Wege an Informationen zu gelangen.
„Danke“, lächelt Gareth, macht sich nun seinerseits daran Iantos Glas wieder weißrussischen Inhalt zu bescheren.
Wahrscheinlich sollte er aufhören zu trinken oder zumindest möglichst lange an dem einen Drink nippen. Der Sahnegeruch steigt Ianto in die Nase als er das Glas anhebt und es ist um ihn geschehen. Sein Körper sehnt sich nach der Sahne, nach der Wärme des Alkohols, nach dem wohligen Gefühl der trügerischen Geborgenheit, das sich in ihm ausbreitet. Das Glas ist leer und dieses Mal klirrt es laut als er es ungeschickt abstellt. Der Raum beginnt sich gemächlich um ihn zu drehen und vorsorglich schließt er für einen Moment die Augen. Nun ist es dunkel und alles dreht sich. Auch nicht besser.
Verwirrt blinzelt er sein Gegenüber an. Iantos Glas ist wieder gefüllt, nun ist es auch schon egal. In einem Zug leert er das Glas und legt dann seinen Kopf auf den Tisch. Er riecht nach Whiskey, igitt. „Ich will doch nur meine Kiste zurück“, murmelt er in das zarte Fell seiner Pfoten.
„Hmm?“ kommt es von Gareth und mühsam hebt Ianto den Kopf.
„Sie ist mein wichtigster Besitz. Meine Zuflucht und meine ewige Erinnerung an die Straße.“ Wieder lässt er seinen Kopf sinken.
Ruckartig stellt Gareth sein Glas ab. „Du warst ein Straßenkater? Das muss furchtbar gewesen sein!“
Ianto nickt. „Das war es. Aber es war ein freiwillig gewähltes Schicksal. Ich lebte aus freien Stücken aus der Straße, nachdem ich von meiner sogenannten Familie geflohen war.“
Gareth rauft sich seine Haare, die vom Farbton her ein wenig an Whiskey erinnern. Augenscheinlich sucht er nach Worten, nach einer Möglichkeit seine Reaktion zu artikulieren. „Wie bitte?!“, muss ihm dann aber doch reichen.
„Sie haben mich erschaffen weil ihre Tochter eine Katze wollte. Jeder meiner Vorgänger hat in ihrer Pflege nie lange überlebt und auch ich verlor mein erstes Leben lange vor den Schrecken der Straße.“

Option 1: Flashback in Iantos Kindheit
Option 2: Ein weiterer Drink und Gareths Versuch den Kater aufzuheitern
Option 3: [deine Option] flashback in gareths tragische, durch Schuldgefühle überschattete Kindheit!

11.Dezember

Gareth starrt in seinen Whiskey. Die Straße, ihm war sie erspart worden.

/Seine Eltern hatten ihn nicht gewollt und so war er im System gelandet. „Das System“ war auf dem Planeten, auf dem er geboren wurde, verliebt in die Vergangenheit und so hatte es trotz all der technologischen Fortschritte Waisenhäuser betrieben.
Jedes einzelne Kind unterlief einer umfangreichen Untersuchung um ziemlich zuverlässig einschätzen zu können welche Zukunft es haben würde und in welche Richtung es unterstützt werden sollte. Gareth war ein hoffnungsloser Fall. Durschnittlich intelligent. Keine herausragenden Talente. Unvermittelbar.
Hätte er nicht Tegan gehabt, dann wäre er im System untergegangen. Er wusste nicht ob es nur Geschichten waren, die Kinder unter einander erzählten um sich Angst einzujagen oder ob es wirklich der Wahrheit entsprach, dass unvermittelbare Kinder früher oder später spurlos verschwanden. Alpträume bescherten ihm die Geschichten auf jeden Fall.
Den Großteil ihres Tages verbrachte Tegan im Unterricht. Wäre sie nicht so wissbegierig und schnell von Begriff, es hätte sie sicherlich ermüdet. Doch die Zeit nach dem Abendmahl gehörte nur ihnen und Gareth war froh, dass er sie hatte. Tegan blieb an seiner Seite, wies jeden Versuch sie zu adoptieren von sich. Sie konnte es sich erlauben, es klang logisch wenn sie in kindlicher Arroganz behauptete, sie würde auf etwas Besseres warten. Auf jemanden, der es wert war an ihrem Potential teilzuhaben. Doch die Zeit verging und sie beide wurden älter. An Tegans 18. Geburtstag, an dem Tag, an dem sie aus dem System entlassen wurde, begriff er zum ersten Mal, dass sie älter war als er.
Die kleine, zierliche Tegan unternahm einen Versuch ihn zu adoptieren und das System ließ sie gewähren weil es ihm vollkommen gleichgültig war was mit dem sechzehnjährigen Jungen geschah. Aus großen Augen hatte er sie angestarrt und Tegan hatte ihm einen Kuss auf den Mund gedrückt. „Damit er nicht glaube die Adoption mache sie zu seiner Mutter“, hatte sie gesagt.
Stets hatte Tegan einen Plan und für gewöhnlich stellte sich ihr niemand in den Weg. Sie war eine Überlebenskämpferin und er war so dankbar an ihrer Seite sein zu dürfen. Sie hatte ihn davor bewahrt zu verschwinden wie es wohl schon so vielen nichtsnutzigen Kindern vor ihm widerfahren war. Er verdankte ihr sein Leben./

Option 1: Gareth bekommt ein schlechtes Gewissen und lässt Ianto alleine sitzen während er zu Tegan eilt.
Option 2: Er trinkt mehr um die Erinnerungen an seine Vergangenheit zu ertränken.
Option 3: [deine Option]

12.Dezember

Gareth erhebt sich mit einem Ruck vom Tisch und wirft seinem Trinkkumpanen keinen Blick zu ehe er das Quartier verlässt.
Ianto runzelt die Stirn. Er könnte ihm nachgehen, herausfinden was es mit seinem merkwürdigen Verhalten auf sich hat oder er könnte den Kopf auf die Tischplatte sinken lassen. Der Alkohol hat ihn zu dem Glauben veranlasst die Welt würde sich um ihn drehen, doch in Wahrheit tut sie es nicht. Es ist Zeit für eine neue Perspektive!

Tegan sitzt noch immer an ihrem Tisch. Im Gegensatz zu seinem steht auf ihrem allerdings kein Alkohol. Sie blickt nicht auf als er ihr Reich betritt und er beschließt es als neutrales Zeichen zu werten. Immerhin hätte sie ihn genauso gut in hohem Bogen wieder hinauswerfen können.
Mit wenigen Schritten ist er neben ihr, legt sanft eine Hand auf ihre Schulter. Wie immer ist ihr Körper kühl, er fühlt es eindeutig durch ihre Kleidung hindurch. Endlich sieht sie ihn an. Ihr Blick ist ausdruckslos, doch sein Gesicht sagt mehr genug für sie beide. Tegan kennt ihn besser als es jemals jemand könnte. Sie sieht den Schmerz in ihm, den nur sie zu lindern weiß. Und ganz bestimmt sieht sie in diesem Augenblick auch wie leid es ihm tut. In ihren Augen hat er versagt. Und in seinen Augen zählt nur ihre Wahrnehmung.
Ihre Hand greift nach seiner. „Wo ist er?“
„In meinem Zimmer.“ Gareths Stimme zittert ein wenig. Es ist ihr bestimmt nicht recht, sicherlich wird sie wütend werden. Er hätte den Katermenschen nicht alleine lassen dürfen. Was wenn er beginnt im Schiff zu stöbern? Was wenn tatsächlich seine Kiste findet? Das Ende von Tegans Wutanfall würde er gewiss nicht mehr erleben.
„Hat er auch getrunken?“ Sie ist ihm so nahe. Bestimmt kann sie den Whiskey in seinem Atem riechen.
Er nickt.
„Gut.“
Gut? Verwirrt sieht er sie an.
„Geh zu ihm zurück. Trink mit ihm, rede mit ihm, tu was auch immer. Aber sorg dafür, dass er einschläft. Dann komm wieder zu mir.“
Gareth legt die Stirn in Falten, sieht sie wieder fragend an.
Seufzend reibt Tegan sich die Nasenwurzel. „Wir heben ab. Und ich würde es vorziehen wenn wir das machen können ohne dass der Kater es mitbekommt.“

Option 1: Ianto ist nicht mehr in Gareths Quartier.
Option 2: Der Plan gelingt.
Option 3: [deine Option + Wahl der Perspektive]

 Tag 13

Gareth schneidet Grimassen ehe er um die Ecke biegt und vor seinem Quartier zu stehen kommt. Seine Mimik darf ihn nicht verraten, Ianto darf ihm nicht ansehen, dass er etwas im Schilde führt!
Niemand sitzt am Tisch. Gareth runzelt die Stirn. Ein Kater. Ein betrunkener Kater. Sein Blick schweift zum Bett, doch auch dort ist Ianto nicht zu entdecken. Die Verwirrung weicht Sorge. Er hat ihn verloren. Der schlimmste nur mögliche Fall war in dem Moment eingetreten, in dem er zu Tegan geeilt war. Er muss es ihr sagen und allein der Gedanke daran lässt ihn erzittern.
Nein. Er hat Ianto nicht lange alleine gelassen, noch besteht eine gute Chance, dass er das Schiff noch nicht verlassen hat!
Schnellen Schrittes eilt Gareth zur Ladeluke. Der eigentliche Öffnungsmechanismus war vor Monaten beschädigt worden und sein Provisorium funktioniert zwar einwandfrei, doch nur er kennt den dafür notwendigen Trick. Ianto kann nicht innerhalb so kurzer Zeit dahinter gekommen sein, das ist schlicht und einfach nicht machbar.
Auch der Frachtraum ist leer. Er lauscht. Selbst wenn der Kater sich verstecken sollte so wäre er in seinem aktuellen Zustand mit Sicherheit nicht fähig vollkommen geräuschlos zu sein. Nein, hier ist er ganz eindeutig nicht. Mit einem raschen Handgriff zieht er ein unscheinbares Kabel aus einem Gewirr vielfärbiger Kabel. Nun wird sich die Luke für niemanden öffnen. Zufrieden mit sich lässt Gareth den Blick schweifen. Für Ianto gibt es nun kein Entkommen und er hofft ihn aufzustöbern ehe Tegan sein Fehlen bemerkt. Er darf sie nicht enttäuschen!
Energisch läuft er los, sucht akribisch jeden noch so kleinen Stauraum des Schiffes ab. Irgendwo muss der Kater sein. Wahrscheinlich schläft er in irgendeiner Ecje. Solange er nicht seinen Karton findet… Gareth wird panisch. Warum hat er dort nicht als erstes nachgesehen? Innerlich schimpft er mit sich selbst. Kein Wunder, dass niemand auch nur das geringste Interesse daran gezeigt hat einen Einfaltspinsel wie ihn zu adoptieren! Außer Tegan hat nie jemand an ihn geglaubt und auch sie wird nicht ewig Geduld mit ihm haben, da ist er sich sicher.
Die Tür ist noch verschlossen. Ein gutes Zeichen. Dennoch fliegen Gareths Finger über das Panel, geben den richtigen Code ein und die Tür öffnet sich für ihn. Niemand ist im Raum, doch hinter sich hört Gareth ein Geräusch und schnellt herum.
„Danke“, grinst Ianto und flitzt an ihm vorbei durch die Tür.

Option 1: Der Karton ist einwandfrei und Ianto legt sich im Rausch darin schlafen.
Option 2: Der Karton wurde zerlegt und Ianto bricht bei diesem Anblick zusammen.
Option 3: [deine Option] „Schrödingers Kater. Ianto flitzt rein, schafft’s die Tür vor Gareth wieder zu schließen. Gareths POV, drum Schrödinger“

Tag 14

Ein Fluch liegt auf Gareths Lippen, der sich lautstark seinen Weg nach draußen bahnt als die Tür sich nur wenige Sekunden später vor seinen Augen wieder schließt. Er ist ein wenig zu grob als seine Finger den Code auf dem Eingabefeld tippen. Nichts. Gareth runzelt die Stirn. Noch einmal. Der Code stimmt, das bestätigt ihm auch das Panel, die Tür öffnet sich dennoch nicht. Was hat der Kater angestellt?
Gareth beginnt mit der Faust gegen die Metalltür zu schlagen um Ianto dadurch vielleicht einzuschüchtern, doch er selbst ist es, der sich von der Lautstärke seines Klopfens einschüchtern lässt. Tegan könnte es hören. Konzentriert starrt er seine geballte Faust an um sie unter Kontrolle zu bekommen. Er muss die Fassung bewahren, er muss nachdenken und einen Plan entwickeln, auch wenn das bei weitem keine seiner Stärken ist.
Es ist die einzige Tür in und aus dem Lagerraum. Selbst wenn Ianto seine Kiste entdeckt, um mit ihr das Schiff auch verlassen zu können muss er in jedem Fall an Gareth vorbei. Seufzend lässt er sich neben der Tür zu Boden sinken. Was wenn Ianto die Kiste gefunden und sich in ihr schlafen gelegt hat? So betrunken wie der Kater ist traut er ihm im Moment alles zu. „Er war nicht zu betrunken um dich übers Ohr zu hauen“, erinnert ihn eine hämische Stimme in seinem Kopf und erneut ballt er die Hand zur Faust.
Er kann nichts tun außer tatenlos herumzusitzen und abzuwarten. Früher oder später wird Tegan herausfinden was passiert ist und wenn es nach ihm geht ist später definitiv vorzuziehen. Wenn er doch zumindest mit Ianto reden könnte! Vielleicht würde es ihm gelingen ihn zu überzeugen, dass es nicht klug war Tegan wütend zu machen. Sie beide würden unter den Folgen dieses Zwischenfalls zu leiden haben.
Nach einer Weile fallen Gareths Augen zu, die Wirkung des Whiskeys entwickelt letzendlich das ganze Ausmaß ihrer Kraft. Seine Augenlider sind schwer und er legt den Kopf in den Nacken, lehnt ihn an die Wand hinter sich. Die Wand ist hart und kalt, und nach einer Weile beginnt sie zu virbrieren.

Option 1: Jemand (Tegan?) hat das Raumschiff gestartet.
Option 2: Ianto versucht auf anderem Weg den Raum zu verlassen.
Option 3: [deine Option]

Tag 15

Sie mag Gareth, wirklich, aber meistens hält sie es für das Beste ihn nicht in ihre Vorhaben einzuweihen. Er meint es gut, versucht immer ihr zu helfen, doch jemand wie sie kann es nicht riskieren, dass jemand wie er aus gut gemeinten Gründen unbeabsichtigt ihre Pläne durchkreuzt.
Ein sanftes Vibrieren erfasst den Raum als sie den Motor des Raumschiffs startet. Für gewöhnlich übernimmt Gareth die Rolle des Piloten, doch viel ist ohnehin nicht notwenig um den Orbits des kleinen Planeten verlassen zu können und einen Großteil davon erledigt der Autopilot. Sie heben vom Boden ab und steuern den Himmel an, den sie bald hinter sich lassen und gegen die Tristesse des Weltraums tauschen werden. Früher waren die Menschen von der Unendlichkeit des Alls fasziniert gewesen, das weiß sie aus Büchern, die ihre Lehrer sie während ihrer Zeit im Waisenhaus hatten lesen lassen. Der Weltraum war für sie eine neue und unerforschte Welt gewesen, doch das hatte sich seither geändert. Nur selten verschwendet Tegan während ihrer Reisen einen Blick auf ihre Umgebung. Sterne, Sonnen und Planeten, nach einer Weile sehen sie alle gleich aus.
Das Schiff verlässt den Orbit und Tegan atmet auf. Bisher hat Ianto nichts von sich hören lassen, die Chancen stehen also gut, dass er tatsächlich eingeschlafen ist und sie nun alle Zeit der Welt hat. Ein letztes Mal kontrolliert sie die eingegebenen Koordinaten und überlässt das Schiff dann vollends dem Autopiloten.
Tegan reibt sich die Schläfen. Sie spürt wie Kopfschmerzen sich anschleichen und ärgert sich, dass sie während des Zwischenstopps nicht auch ihre medizinischen Vorräte aufgestockt hat. Spätestens nach dem Ende dieses Auftrags und nach Einstreichen der Bezahlung wird sie sich die besten Schmerzmittel gönnen, die der Pharmareplikator zu bieten hat.
Trotz besseren Wissens welche Wirkung es auf ihre Kopfschmerzen haben kann holt sie sich Kaffee. Mit der Tasse in der Hand begibt sie sich auf die Suche nach Gareth und dem Kater. Sie hält inne und kontrolliert ihre Hosentasche. Gut, das Teppichmesser ist noch darin.

Option 1: Gareths Perspektive: Tegan findet heraus was geschehen ist
Option 2: Iantos Situation aus Perspektive der Kiste
Option 3: [deine Option]

Tag 16

Sie erkennt ihn sobald er den Raum betritt, nimmt ihn wahr lange bevor er auch sie entdeckt. Er freut sich, das ist unverkennbar.
Der Kater, den sie über geraume Zeit begleitet hat, wankt leicht als er auf sie zuläuft. Seine Bewegungen sind stürmisch und mit einem Satz ist er in ihr. Die Freude dauert allerdings nicht lange, er scheint überwältigt von seinen Gefühlen und kurz darauf schläft er ein.
Es ist unbequem, eine ihrer Laschen ist nach innen gebogen und sein Körper drückt dagegen. Und wie er riecht! Hat er etwa im Alkohol gebadet?
Nicht, dass sie ihn nicht ausstehen kann. Das ist ein Eindruck, den sie keinesfalls erwecken möchte! Sie mag den Kater und ihr gefällt wie sehr er sie liebt. Aber er ist nicht der einzige, der mit mehr als einem Leben gesegnet ist.
Recycling nennen sie es. Ihr altes Leben endet und sie weiß nicht in welcher Form sie weiterleben wird. Teile von ihr verschwinden, Teile von anderen gesellen sich zu ihr und sie werden eins. Das erste Mal hat es ihr Angst gemacht. Auf einmal war da jemand, den sie nicht kannte und mit dem sie sich nun ein Leben teilte. Eine Stimme, die sie nicht kannte und die dennoch eine von ihren war. Mit der Zeit wurden es immer mehr Stimmen und sie gewöhnte sich daran. Sie hatte sich damit abgefunden viele zu sein. Unzählige Persönlichkeiten, unzählige Lebensgeschichten.
Sie mag den Kater aber für sie ist er nichts Besonderes. Vielleicht wenn er ihr in ihrem ersten Leben begegnet wäre, wenn es nur sie gewesen wäre, nur ihre eigene Stimme. Dann könnte sie ihn vielleicht annähernd so sehr lieben wie er sie liebt.
Ianto zuckt im Schlaf und sie wird wehmütig. Sie will nicht, dass er verletzt wird aber die Frau, die sein Leben beendet und sie gestohlen hat, diese Frau hat eindeutige Motive. Die Kiste wird einen neuen Zyklus beginnen und wieder wird sie einen Teil von sich verlieren und neue Stimmen gewinnen. So ist es immer, daran wird auch der Kater nichts ändern können. Die Frau wird das Teppichmesser zücken und jenen Teil aus ihr herausschneiden, den ihr Auftraggeber so sehr begehrt.
Die Stimmen schweigen und für einen Moment genießt sie es, dass der Kater wahrscheinlich zum allerletzten Mal friedlich in ihr schläft.

Wo/Wie soll es weitergehen?

Option 1: Tegan spricht mit dem geheimnisvollen Auftraggeber.
Option 2: Gareth findet einen Weg in den Lagerraum.
Option 3: [deine option]

Tag 17

Gareth sitzt auf dem Boden als sie ihn findet. Sein Blick ist glasig, selbst für seine Verhältnisse hat er wohl zu viel getrunken. Die Worte sind unsicher, seine Aussprache kreativ als er ihr erklärt was geschehen ist. Ianto ist bei dem Karton. Immerhin ist der Raum nur durch diese eine Tür passierbar und sie glaubt Gareth als er ihr beteuert, dass er den Kater um keinen Preis entwischen lassen wird. Das will sie auch hoffen.
Hilflos starrt er sie an als sie ihm befiehlt Stellung zu halten und ihn dann alleine zurück lässt. Sie hat keine Zeit dafür. Wenn Ianto sich immer noch einsperrt wenn sie die Zielkoordinaten erreicht haben dann werden sie der Metalltür eben mit schweren Geschützen zu Leibe rücken. Egal welcher Schaden entsteht, bei dem Lohn, der sie erwartet, wird die Reperatur keine Rolle spielen.
Tegan kehrt auf ihr Zimmer zurück. Wichtige Gespräche führt sie am liebsten von hier aus. Zumindest dann wenn sie diese mit ihrer eigenen Stimme führen kann. Sie seufzt und streicht sich eine Strähne ihres rotblonden Haars aus dem Gesicht. Ihr Leben lang hat sie bewiesen wie klug und gerissen sie ist, ihre Ideen und Pläne haben unzähligen Menschen zu Macht und Wohlstand verholfen, doch all das änderte nichts daran, dass ihre Stimme das Gegenteil von eindrucksvoll ist. Sie passt zu ihrem Körper, es ist die Stimme eines zarten Mädchens.
Nicht erst einmal hat sie Gareth für Gespräch detailliert instruiert damit er diese an ihrer Stelle führen konnte, doch mit ihrem derzeitigen Auftraggeber war das glücklicherweise nicht notwendig gewesen, er wusste aus erster Hand wozu sie fähig ist. Tegan fordert ihren Kommunikator auf die gewünschte Verbindung herzustellen und kurz darauf meldet sich die dröhnende Stimme des Mannes, der die Kiste um jeden Preis sein Eigen nennen will.
„Wann?“ kommt er gleich auf den Punkt und sie erklärt ihm, wo sie sich im Moment befindet und wie lange es in etwa dauern wird. Er scheint zufrieden.
„Lief alles reibungslos?“
Tegan schluckt. „Fast.“
Er fragt nicht nach und sie atmet erleichtert aus. Spätestens wenn sie die Kiste übergibt wird Ianto ohnehin kein Problem mehr darstellen. Sie vereinbaren weitere Details. Tegan soll den Karton nun nicht mehr zerschneiden, sie soll ihn im Ganzen übergeben. Auch gut, ihr soll es egal sein. Wenn es nach ihr geht kann auch der leblose Kater noch darin sein wenn sie die Kiste überreicht.

Option 1: Ianto wacht auf und versucht immer noch trunken einen Plan zu schmieden.
Option 2: Tegan bereitet sich darauf vor die Kiste zu erobern.
Option 3: [deine Option]

Tag 18

Ein merkwürdiges Geräusch. Die Kiste wird aus ihrem Dämmerzustand gerissen. Es ist so weit, sie kommen sie zu holen!
Ianto schläft noch immer. Ein Teil von ihr hofft, dass er alles verschläft, ein anderer Teil aber will, dass er die Chance hat um sie zu kämpfen. Sein Atem geht ruhig, nur hin und wieder zuckt der Kater leicht im Schlaf. Er erscheint so friedlich, ach könnte es nur für immer so sein.
Funken? Funken sprühen aus der Tür. Sie haben aufgegeben sie mit reiner Körpergewalt öffnen zu wollen. Es wird mit Sicherheit noch eine Weile dauern ehe der Schweißbrenner seine Arbeit getan hat aber eher früher als später werden sie den Frachtraum betreten und sich nehmen was sie wollen. Einen Teil von ihr, mehr ist es nicht was der Auftraggeber will.
/Die Frau führt Selbstgespräche nachdem sie Iantos Leben genommen hat. Fast als müsse sie vor sich selbst rechtfertigen was sie getan hat. Immer wieder erinnert sie sich daran, dass er nicht wirklich tot ist, dass er nur eine Weile brauchen wird ehe er sein nächstes Leben beginnt. Dann hält sie sich wiederholt vor Augen wie groß die Entlohnung für diesen Auftrag sein wird und das ein kleiner Mord dafür mehr als gerechtfertigt ist.
Sie erspäht den Karton, betrachtet ihn von allen Seiten, dann bleiben ihre Augen an den Symbolen hängen, die auf eines der Seitenteile der Kiste geschrieben wurden. Das ist es was ihr Auftraggeber will und sie selbst wird nicht im geringsten schlau daraus. Eine durchaus untypische Erfahrung für sie./
Sie erinnert sich genau noch daran wie jemand auf ihr schrieb. Kurz darauf wurde die Person erschoßen, sie selbst landete wenige Tage später mit anderem Müll auf der Straße. Jener Straße, die auch ein gewisser Kater kreuzen würde. Seither ist so viel Zeit vergangen, längst hat sie ihrer merkwürdigen Aufschrift keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt. Ihr Interesse daran war verloren gegangen doch wie sich nun zeigt gilt das nicht für jeden. Irgendjemand da draußen zahlt ein kleines Vermögen sie in seine Hände zu bekommen.
Vielleicht sollte sie sich einfach damit abfinden, sich ihrem Schicksal ergeben. Jemand hat etwas auf ihr notiert und ihr somit eine Bestimmung auferlegt, die es nun zu erfüllen gilt.

Option 1: Ianto wacht auf bevor Tegan die Kiste erreicht.
Option 2: Gareth sieht das Teppichmesser und fürchtet um Iantos nächstes Leben.
Option 3: [deine Option]

Tag 19

Ianto schreckt aus dem Schlaf hoch und über sich sieht er das Gesicht der Frau, die ihn bereits eines seiner Leben gekostet hat. Mit einem raschen Sprung ist er auf den Beinen. Wäre er nicht noch immer in der Kiste so würde er einige Schritte zurück weichen, Abstand zwischen sich und das gezückte Teppichmesser bringen. Doch wenn er zurückweicht wird sie ihn nicht verfolgen, wird ihn außen vor lassen und sich seiner Schachtel widmen, das weiß er ganz genau. So sehr es ihn auch davor graut erneute Bekanntschaft mit der Klinge zu machen, so lässt ihn der Gedanke an das Geräusch zerschlitzten Kartons noch mehr erschaudern. Er darf es nicht zu lassen.
Sein gesamter Körper zittert dennoch schafft Ianto es zu verharren und Tegan fest in die Augen zu starren, diese allerdings weicht seinem Blick aus, sieht immer wieder stattdessen die Kiste an. Er ist nicht ihr Ziel, er steht ihr lediglich im Weg und wenn es nach ihm geht dann wird er ihr auch einiges an Schwierigkeiten bereiten. Erst hebt er seine Pfoten, dann fährt er die Krallen aus, so kann es Tegan gar nicht entgehen.
Eine Bewegung. Nun wird auch Iantos Blick abgelenkt. Hinter Tegan tritt auch Gareth durch das Loch in der Tür des Frachtraums. Erst sieht er das Panel an der Wand an, entdeckt was Ianto damit angestellt hat um den Öffnungsmechanismus zu blockieren, dann fällt sein Blick auf das Messer in Tegans erhobener Hand und der Mann erstarrt. Sein Blick wandert vom Messer zu Ianto und diesem fällt nichts anderes ein als mit den Schultern zu zucken. Er fühlt sich doch mindestens ebenso hilflos. Seit Jahren hat er seine Krallen nicht mehr eingesetzt um sich selbst zu verteidigen und im Grunde will er auch nicht an die Zeit auf der Straße erinnert werden.
Tegan macht einen Schritt nach vorne und Gareth läuft los, stellt sich zwischen sie und die Kiste. „Gibt es keine andere Lösung?“ will er wissen ehe sie auch nur die Gelegenheit hat wütend zu werden.
„Nein, die gibt es nicht. Wir werden dafür bezahlt die beschriftete Seite des Kartons abzuliefern und genau das werden wir auch machen“, erwidert sie, den Blick immer noch fest auf die Schachtel gerichtet.
Ianto dreht sich, sieht an der Kiste hinab und entdeckt die merkwürdigen Schriftzeichen. „Und abschreiben reicht nicht?“

Option 1: Das ist DIE Lösung, auf die bisher scheinbar keiner gekommen ist.
Option 2: Die Schriftzeichen alleine sind nur der halbe Schatz.
Option 3: [deine Option] „Der Auftraggeber besteht anscheinend zur Sicherheit auf das Original um keine etwaige Information zu verlieren. Das macht Tegan, die hohe Stücke auf ihre Intelligenz hält, schließlich neugierig.. vielleicht lässt sich der Auftraggeber ja täuschen? Es steht für sie viel auf dem Spiel, aber vielleicht gibt es etwas zu gewinnen, worauf sie zu hoffen schon garnicht mehr gewagt hat.“

Tag 20

„Abschreiben?“ wiederholt Tegan und Ianto nickt. „Glaubst du wirklich, dass das nicht meine erste Frage war?“ Sie zieht eine Augenbraue in die Höhe und sieht ihn abschätzig an. „Abschreiben reicht nicht, ein 3D-Scan der beschriebenen Seite reicht nicht. Er will das Original.“
Tegan hält inne und ihre Stirn legt sich in Falten. „Aber warum?“ Sie hat aufgehört mit den anderen zu sprechen, richtet ihre Worte nur noch an sich selbst. Die Hand mit dem Messer sinkt unbeachtet herab, dennoch spannt sich Iantos Körper an als sie näher an ihn heran trittt. Sie beachtet ihn nicht, umrundet lediglich die Kiste. „Die Symbole sind nicht nicht die ganze Nachricht“, schließt sie. Seit sie die Kiste gestohlen hat betrachtete sie jeden Abend vor dem Schlafengehen ihre eigene Abschrift der Schriftzeichen und nie hat sie einen Sinn dahinter erkennen können. „Da muss mehr sein!“ folgert sie und umrumdet die Schachtel nun komplett, doch auf keiner der anderen Seiten ist etwas geschrieben, als nächstes inspiziert sie die Laschen und die Innenseite, wobei sei Ianto dabei erschreckend nahe kommt. Nichts.
Nachdenklich bleibt sie stehen, zieht es weiterhin vor die anderen Anwesenden zu ignorieren und sich einzig und allein auf ihren Intellekt zu fokusieren.
„Müssen es Schriftzeichen sein?“ unterbricht Ianto sie in ihren Gedanken und sie braucht einige Momente ehe sie aufsieht und ihm Aufmerksamkeit schenkt. „Könnten es auch Löcher sein?“
Sie will ihn anfahren, ihm vor Augen halten wie unfassbar dumm seine Frage ist, dann jedoch lässt sie es, beißt sanft auf ihre Unterlippe. „Was für Löcher?“
Ianto zuckt zusammen als sie ihm tatsächlich antwortet und vorsichtig steigt er aus seiner Kiste, wohlwissend, dass das ein schlimmer und verhängnisvoller Fehler sein könnte. „Die hier“, er deutet mit einer Pfote in das Innere der Schachtel, „ich dachte immer sie wären wahllos aber vielleicht bedeuten sie ja doch etwas?“
Tegan und Gareth blicken beide in die Kiste, die eine forschend, der andere hilflos verwirrt. „Bring mir ein großes Stück Papier!“ herrscht sie ihren Kindheitsfreund an und dieser zuckt nur kurz zusammen ehe er loseilt ihr das Gewünschte zu holen. Nun ist es Tegan, die in die Schachtel steigt, darin in die Hocke geht und einen Stift aus einer ihrer Taschen zieht. Dessen Mine ist zu dick, also muss ihr Gareth nun auch eine Nadel holen. Probeweise sticht sie durch eines der Löcher, durchstößt das an der Außenseite der Kiste gespannte Papier. Weitere Nadelstiche folgen.
Nun endlich hat sie eine Kopie der wahren Nachricht.

Option 1: Tegan zieht sich zurück um den Code zu knacken.
Option 2: Jemand anderer erkennt um was es sich handelt.
Option 3: [deine Option]

Tag 21

„Hmm“, macht Gareth und greift nach dem Stift der halb aus Tegans Hosentasche hervorragt. Er nimmt die Kappe mit den Zähnen ab während seine Finger bereits nach dem durchlöcherten Papier greifen.
„Was tust du?“ fährt sie ihn an, doch Garth winkt ab. „Ich markiere nur die Löcher mit dem Stift, damit man sie besser erkennt. Ich hab da nämlich eine Idee was sie sein könnten.“ Seine Stimme ist zaghaft, dennoch scheint er entschlossen genug derart eigenständig zu handeln.
Tegans Augenbraue wandert immer höher. Gareth hat eine Idee? Sie beugt sich über seine Schulter, betrachtet die Muster, die durch die schwarzen Punkte auf dem Papier entstehen. Für sie ergeben sie keinen Sinn und das wurmt sie zutiefst. Wenn jemand den mysteriösen Code knacken darf, dann sollte es sie sein, deren Leben sich um ihre Intelligenz und ihr Wissen dreht.
Gareth legt den Stift beiseite und betrachtet die Punkte vor sich. Immer wieder deckt er einige davon ab damit er sich auf eine bestimmte Gruppe konzentrieren kann. Ein Lächeln breitet sich auf seinen Lippen aus und Tegan begreift, dass er sie tatsächlich geschlagen hat. Wie war das möglich? „Was ist es?“ wagt sie es beinahe gar nicht zu fragen.
Gareth dreht sich zu ihr um, sein Gesicht strahlt. Er ist stolz auf sich, auch wenn er wohl begreift, dass Tegan seine Entdeckung nicht im Geringsten gut heißen wird. Sie wird es nicht direkt sagen aber sie wird es ihn ohne Zweifel spüren lassen. „Es sind Sternbilder“, sagt er, versucht es nicht belehrend klingen zu lassen.
Nun sieht sie es auch und sie fragt sich wie sie etwas derartig Offensichtliches nicht hatte erkennen können. Er fungiert meist als Pilot, das ist der Grund. Im Gegensatz zu ihr setzt er sich häufig mit Sternkarten auseinander, es ist also nur nahelegend, dass seine Routine die Sternbilder erkennt während ihr Intellekt nach einer wesentlich komplexeren und anspruchsvolleren Lösung gesucht hat.
„Und welche Botschaft ergeben die Sternbilder?“ mischt sich nun auch Ianto ein. Grinsend zuckt Gareth mit den Schultern und Tegan verdreht die Augen. Nun wird es im Endeffekt also doch an ihr liegen das Rätsel zu lösen.
„Vielleicht solltet ihr euch ansehen wo die Sternbilder liegen, vielleicht ergibt es dann mehr Sinn?“ schlägt der Kater vor. Wenn er Glück hat geht sein Plan auf. Wenn er Glück hat werden sie mit dem Stück Papier verschwinden lassen und ihn mit seinem Karton alleine lassen.

Option 1: Iantos Plan geht auf.
Option 2: Tegan verschwindet, nimmt aber die Kiste ebenfalls mit.
Option 3: [deine Option] „Option 2 und 3: Tegan verschwindet mit der Kiste. Sobald sie aus der Tür ist, kündigt sich durch ein hohes Piepen Besuch in unmittelbarer Nähe des Raumschiffes an. Die/der Auftraggeber sind da.“

Tag 22

Tegan hat den Raum bereits halb verlassen als sie noch einmal umdreht. Iantos Herz setzt für einen oder zwei Schläge aus als sie zu seiner Schachtel zurückkehrt und danach greift. Noch immer sind seine Krallen ausgefahren, doch sie wirft ihm einen Blick zu, der klar macht, dass auch sie ihre Waffe griffbereit hat. Er will nicht noch einmal Bekanntschaft mit dem Teppichmesser machen und so lässt er sie schweren Herzens gewähren.
Die Kiste ist ein wenig zu groß für die Öffnung, die Gareth mit dem Schweißbrenner in die Metalltür gebrannt hat. Tegan nimmt darauf keine Rücksicht, der Karton knickt an einer Ecke und Ianto entkommt ein leises Jammern. Tegan reagiert nicht darauf und gemeinsam mit der Kiste verschwindet sie aus seinem Blickfeld.
Ianto spürt wie seine Knie nachgeben und in ihm tobt ein Widerspruch. Ein Teil seines Körpers will ihr nachstürzen, ihr zeigen wie scharf seine Krallen sind, der andere Teil will dem Gefühl der Ohnmacht nachgeben und sich zu Boden sinken lassen. Die Entscheidung schwebt noch ungetroffen in der Luft als ein hohes Piepen aus den Lautsprechern des Raumschiffs tönt. Es ist ein schriller Ton, der dem Kater in den Ohren schmerzt und er bedeckt diese notdürftig mit den Pfoten ehe er Gareth fragend ansieht.
„Jemand versucht anzudocken“, erklärt der Mann mit bleichem Gesicht. „Sie sind hier.“
„Wer?“ fragt Ianto noch, doch er weiß längst wer gemeint ist. Sie werden seine Kiste mitnehmen und er wird sie nie wieder sehen. Beide eilen sie aus dem Frachtraum. Gareth wohl weil er in Situationen wie dieser bei Tegan sein will, Ianto weil er seine Liebste noch ein letztes Mal sehen möchte.
An der Ladeluke treffen sie auf Tegan. Auch sie ist blass, sie hasst es zutiefst überrascht zu werden. Ihre Hände zittern leicht als sie die Luke öffnet um ihren Gästen den Zutritt zu ihrem Schiff zu ermöglichen. Sie ist angespannt, versucht sichtlich sich nichts anmerken zu lassen. Sie beachtet den Kater nicht und mit einem schnellen Sprung ist dieser in der Kiste und als Tegan es bemerkt verlässt er sie bereits wieder. „Ich wollte mich nur verabschieden“ erwidert er auf ihren fragenden Blick und muss sich ein Grinsen verkneifen.
Der Auftraggeber und seine Begleiter sind schwer bewaffnet und der Kater weiß, dass auch all seine restlichen Leben nicht ausreichen würden um heil aus der Sache herauszukommen. Doch wenn er sich schon von seiner Kiste trennen muss, dann soll diese zumindest für eine letzte Überraschung sorgen.

Option 1: Die Kisten-Übergabe verläuft reibungslos, allerdings fällt Tegan auf, dass Ianto sich merkwürdig verhält.
Option 2: Etwas geht schief und die Situation mit dem Auftraggeber eskaliert.
Option 3: [deine Option]

Tag 23

Einer der Handlanger greift nach der Kiste und für einen kurzen Augenblick wird Tegan panisch. Hat sie ihre Abschrift der Sternbilder darin liegen lassen? Nein, die Schachtel ist leer und sie atmet erleichtert auf. Eine mehr als großzügige Summe wechselt den Besitzer, doch das Lächeln auf Tegans Lippen ist nicht ehrlich. Ihr Blick ist auf Größeres gerichtet, auf das Geheimnis hinter der Botschaft, das ihrem Auftraggeber so viel wert ist. Allein der Gedanke daran, dass sie nicht nur für das Überliefern der Kiste bezahlt wird sondern zusätzlich auch noch den vermeintlichen Schatz aufstöbern könnte, lässt ein aufrichtiges Grinsen auf ihrem Gesicht erscheinen. Sie wird ihm zuvor kommen, das ist sie sich und ihrem Intellekt schuldig.
Alles verläuft nach Plan, sogar Ianto macht keinen Aufstand. Immer wieder wirft sie ihm einen irritierten Blick zu, auch wenn sie fürchtet dadurch eine Reaktion seinerseits erst recht zu provozieren. Doch nichts. Zwar sieht der Kater alles andere als glücklich aus aber er unternimmt keinerlei Anstalten eine Szene zu machen. Irgendetwas stimmt nicht und sie hofft es erst herauszufinden wenn die bewaffneten Männer ihr Schiff bereits wieder verlassen haben.
Ihr Auftraggeber erweist sich als ausgesprochen gesprächig. Betont interessiert betrachtet er die Schriftzeichen auf der Kiste. Er hält sich für intelligenter als Tegan, er glaubt doch tatsächlich sie hinters Licht führen zu können. Doch sie durchschaut seine Scharade, weiß genau, dass es ihm um mehr als nur die geschriebenen Symbole geht. Nun fällt es ihr leicht zu lächeln. Hin und wieder ist es von Vorteil, dass die Menschen sie sogar trotz besseren Wissens regelmäßig unterschätzen.
Die Ladeluke schließt sich hinter den Männern und augenblicklich kann Tegan sich ein wenig entspannen. Zumindest für jene Augenblicke bis Ianto wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Lächeln gefriert ihr im Gesicht und ihre Stirn legt sich in Falten. „Was hast du getan?“
Er zuckt mit den Schultern als wüsste er nicht wovon sie redet. Tegan schließt kurz die Augen, atmet tief durch. „Die Kopie der Sternkarte, hast du sie aus dem Karton genommen?“
Ianto zieht den leicht verknitterten Papierbogen aus seiner Manteltasche als hätte er völlig darauf vergessen. „Oh, ja, ich dachte es wäre nicht ideal wenn sie gefunden wird.“
Wortlos nimmt Tegan ihm die Karte ab. Noch immer wirkt er eigenartig zufrieden mit sich selbst.
„Was hast du getan?“ wiederholt sie.
Grinsend fährt Ianto seine Krallen aus. „Ich habe mich nur mit dem dem einen oder anderen winzigen Loch von meiner Kiste verabschiedet.“

Ein letztes Mal gilt es eine Entscheidung zu treffen:
Option 1: Alle begeben sich gemeinsam auf die Suche nach dem vermeintlichen Schatz.
Option 2: Ianto wird zurück zu seinem eigenen Schiff gebracht ohen zu verraten, dass er auch Tegans Karte nicht im Originalzustand belassen hat.
Option 3: [deine Option] „Option 1 und 3: Ianto kann Tegan dazu bringen, ihm bei dem letzten Versuch zu helfen, die Kiste zurück zu stehlen, bevor sie auf Schatzsuche gehen.“

Tag 24

Tegan starrt ihn als wäre er vollkommen wahnsinnig geworden. „Warum hast du das gemacht?“
Beinahe erschreckend desinteressiert zuckt Ianto mit den Schultern. „Wer mir etwas nimmt, dem möchte ich etwas nehmen. Auge um Auge, Kiste um Schatz.“
Tegan sagt nichts darauf, es ist ihr sichtlich vollkommen gleich. Er hat ihr einen Vorteil verschafft, das ist das einzige das sie kümmert.
„Wir könnten versuchen die Kiste zurück zu bekommen“, schlägt nun Gareth vor und die beiden anderen starren ihn verständnislos an. „Nunja“, beginnt er, „er wollte das Original haben weil er nicht zugeben wollte was alles Teil der Botschaft ist, nun hat er aber bestimmt längst eine 3D Kopie von der gesamten Kiste angefertigt. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass er sich da weiter mit dem Original aufhält?“ Gareths Tonfall ist fragend, als würde er jeden Moment damit rechnen, dass ihm jemand erklärt warum genau jedes seiner Worte ausgesprochener Blödsinn ist.
Tegan legt den Kopf schief. Es scheint zumindest nicht völlig von der Hand zu weisen zu sein. Aber dennoch. „Selbst wenn, warum genau sollte ich das tun?“ Belustigung klingt in ihrer Stimme mit und Ianto stellen sich dabei die Nackenhaare auf.
Er sucht ihren Blick, er will dass sie ihn ansieht wenn er nun das Wort an sie richtet. Endlich, endlich begegnen sich ihre Augen. Wie so oft fühlt sie sich ihm zweifellos überlegen und nun ist es an ihm ihr zu beweisen, dass es nicht so ist. Betont lange lässt er sich Zeit. Er muss diesen Augenblick ausnutzen. Falls die Situation nicht seiner Erwartung entsprechend verläuft dann muss er sie zumindest so lange genießen wie er kann. Je länger sie seinem Blick stand hält um so unsicherer wird sie und das gefällt ihm.
„Du solltest es tun weil ich dir im Anschluss daran sage welche der Löcher in deiner kopierten Sternkarte von Nadelstichen kommen und welche von meinen Krallen.“ Der Ausdruck auf ihrem Gesicht ist unbezahlbar. Nunja, fast zumindest. Wenn er seine Kiste zurück erhalten könnte dann wäre das die passende Bezahlung.
„Du hast meine Karte manipuliert?“ Ihre Stimme ist eiskalt als sie den Papierbogen auffaltet und konzentriert betrachtet. Sie versucht sich zu erinnern welche Löcher von Anfang an da gewesen sind. Frustriert legt sie die Stirn in Falten. Mit einem Grummeln hält sie die Karte Gareth hin. „Weißt du welche davon echt sind? Du meinst doch schließlich Sternbilder erkannt zu haben!“
Nun ist es an Gareth die Schultern zu zucken. Ganz ernst scheint er es jedoch nicht zu meinen. Vielleicht ist es der Alkohol, der immer noch seinen Körper unter Kontrolle hat, vielleicht aber widerstrebt es ihm auch lediglich den Kater von seiner Kiste getrennt zu wissen. „Ganz sicher weiß ich es auch nicht“, erklärt er beinahe entschuldigend und ein triumphierendes Grinsen erscheint auf Iantos Gesicht.
Verärgert fährt Tegan sich durch die Haare. Sie hasst wie die Situation verläuft und das sieht man ihr ohne Probleme an. „Dann folgen wir ihnen eben.“ Ihre Aussage ist so tonlos, dass sie beinahe in der Weite des Laderaums verloren geht. Gareth reagiert nicht, erst als sie ihn direkt auffordert dem Schiff ihres Auftraggebers zu folgen setzt er sich tatsächlich in Bewegung. Ianto scheint zufrieden. Zu voreilig möglicherweise, denn Tegans Blick zu Folge könnte sein Leben ein plötzliches Ende finden sobald er ihr die Wahrheit über die Sternkarte offenbart. Doch selbst wenn, in diesem Fall wäre er im Angesicht seines nächsten Todes zumindest wieder mit seiner Schachtel vereint.
Das Schiff beginnt spürbar zu vibrieren. Gareth ändert den Kurs und scheinbar müssen sie dazu eine drastisch andere Richtung einschlagen. Tegan tritt an ihn heran und instinktiv macht Ianto einen Schritt zurück obwohl er es besser wissen sollte. Im Moment ist sie auf ihn angewiesen und das weiß sie ganz genau. „Wir sollten Gareth folgen.“ Es klingt mehr wie ein Befehl als wie ein Vorschlag und Ianto sieht keinen Grund ihr zu widersprechen.
Gareth wirkt unfassbar konzentriert. Als Pilot des Raumschiffs scheint er völlig in seinem Element zu sein und irgendwie gefällt Ianto diesem Gedanken, zumindest bis zu dem Moment, in dem er realisiert, dass der Pilot betrunken ist. Dennoch wirkt es so als weiß Gareth genau was er tut. Sein Blick ist auf die geteilten Bildschirme gerichtet, immer wieder drückt er Knöpf, passt Koordinaten an und reguliert Anzeigen.
„Folgen wir ihnen?“ will der Kater wissen und bekommt vom Piloten lediglich einen erhobenen Daumen als Antwort.
Minuten lang herrscht Schweigen, dann wird es von Gareth unterbrochen. „Es scheint als würden sie Anstalten machen den Orbit eines Planeten vor uns zu betreten.“ Tegan muss ihm nicht sagen was er zu tun hat und dennoch erteilt sie ihm dem Befahl ihnen mit ausreichend Abstand zu folgen. Wahrscheinlich braucht sie das Gefühl die Kontrolle zu haben.
Minuten nach dem anderen Schiff erreichen auch sie die Atmosphäre des Planeten. Unruhig zucken Iantos Pfoten. Rein statistisch gesehen besteht durchaus eine große Chance, dass er seine Kiste nie wieder sehen wird, dass der Auftraggeber sie womöglich gleich zerstört wenn er sie nicht mehr benötigt, doch er kann sich nicht darauf verlassen. Er muss es zumindest versuchen, muss weiter hoffen bis absolut kein Anlass mehr dazu besteht. Das Raumschiff setzt zur Landung an und in einem plötzlichen Anflug von Panik schließt der Kater seine Augen.Viellicht ist es besser so. Vielleicht muss er die Überreste des Kartons sehen um es wirklich akzeptieren zu können. So oder so, bald ist es so weit.

Tag 31

Warum der Auftraggeber kurz nach der Übergabe einen Zwischenstopp einlegt ist keinem von ihnen ganz klar doch als sie sich der Oberfläche des Planeten nähern, erkennen sie, dass sie bei weitem nicht das einzige Schiff sind, das vor hat hier zu parken. Raumschiff um Raumschiff reiht sich an einander und wird es ihnen erschweren das von ihnen gesuchte Vehikel zu finden.
„Immerhin erregen wir dadurch auch kein Aufsehen“, meint Tegan mehr zu sich selbst und Ianto muss es sich verkneifen ihr zuzustimmen. Er hat ein merkwürdiges Gefühl in der Magengegend, das bestimmt nicht gänzlich auf seinen Alkoholkonsum zurückzuführen ist. Was wollen all diese Schiffe hier? Was ist an diesem Planeten mitten im Nirgendwo so interessant?
Gareth landet und seine Aufgabe als Pilot ist vorest beendet. Abwartend sieht er Tegan an, wie immer darauf vorbereitet sich ihren Wünschen entsprechend zu verhalten. Tegan hingegen sagt nichts, öffnet ein Fach, das sein Inneres erst nach dem Scannen ihres Handfläche offenbart. Ianto erschaudert als er erkennt, dass sie dem Fach eine Waffe entnimmt und diese in ein Holster an ihrem Gürtel steckt. Warum war ihm das nicht schon vorher aufgefallen? Er kann nicht aufhören zu starren und das obwohl er es besser wissen sollte. Sie hat eines seiner Leben mit einem Teppichmesser beendet, warum also verwunderte ihn eine Schußwaffe dermaßen? Die junge Frau ist tödlich und er sollte endlich aufhören sie anzustarren! Ianto reißt seinen Blick los und betrachtet stattdessen eingehend den Boden.
„Bekomme ich keine?“ durchbricht Gareth die Stille im Raum.
„Du bist betrunken, ich gebe dir garantiert keine geladene Waffe in die Hand“, kontert Tegan.
„Aber das Schiff durfte ich fliegen?“ Nur allzu deutlich ist das Amüsement in seiner Stimme zu hören. Wieder das leise Klappern eines sich öffnenden Faches. Nun ist wohl auch Gareth bewaffnet und Ianto weiß nicht recht wie er sich dabei fühlen solll.
Als erstes schickt Tegan sich an das Schiff zu verlassen und die beiden anderen folgen ihr. Vorsichtig hält Ianto sich stets im Hintergrund. Nicht nur weil er der einzige Unbewaffnete ist sondern auch weil er durch sein Aussehen stets Aufmerksamkeit auf sich zieht und er nicht die geringste Ahnung hat weshalb auf diesem Planeten solch ein reger Trubel herrscht. Die Ladeluke öffnet sich und sie steigen hinaus in die enge Passage zwischen unzähligen Raumschiffen. Langsam aber sicher bahnen sie sich ihren Weg hindurch, treten schließlich auf eine breitere Straße und endlich können sie den Blick schweifen lassen.
„Was ist das für ein Ort?“ will Ianto wissen als er einen Ausdruck des Erkennens auf Tegans Gesicht erspäht.
„Hier sammeln sich jene, die Arbeitskräfte anheuern wollen und jene, die für Geld bereit sind alles zu tun“, erklärt sie ihm. Für einen kurzen Moment verspürt er den Drang sie zu fragen ob ihr Auftraggeber sie auch auf solche einem Planeten aufgestöbert hat, dann aber erinnert er sich wie lieb ihm seine verbleibenden Leben sind und unterlässt es.
Der Großteil seines Blickfelds ist von Raumschiffen bevölkert doch in einiger Entfernung erkennt er ein großes Gebäude, dort finden wahrscheinlich die Verhandlungen statt ehe man neue Handlanger anheuert. Ein Schauer läuft ihm über den Rücken als ihm klar wird welche Art von Charakterzug sämtliche Anwesenden gemeinsam haben. Diebe, Mörder, Betrüger. Und dazwischen er. Ein humanoider Kater, der lediglich seine geliebte Kiste zurückhaben will.
„Wissen wir welche Art von Schiff der Auftraggeber hat?“ erkundigt er sich bei Gareth und dieser wirft Tegan einen kurzen Blick zu, antwortet erst als sie nichts erwidert. „Ja, das wissen wir, warum?“
„Weil ich es gerne suchen würde. Wenn er hier hergekommen ist dann garantiert um jemanden für die Suche nach dem Schatz anzuheuern. Vielleicht habe ich Glück und das Schiff ist unbewacht.“
„Du bist lebensmüde“, meint Tegan. Es ist kein Versuch ihn abzuhalten, lediglich eine Feststellung. Gareth hingegen sieht besorgt aus.
„Wir sollten ihn begleiten“, schlägt er Tegan schließlich vor und diese sieht ihn perplex an. „Wenn ihm etwas zustößt kann er uns nicht mehr verraten welche der Löcher in der Karte von seinen Krallen sind.“ Gareth erklärt ihr die Lage und macht die junge Frau dadurch erst recht wütend. „Aber das weißt du ja selbst“, fügt er noch schnell hinzu, in der Hoffnung die Situation ein wenig zu entschärfen.
Tegan schnaubt und sieht dann Ianto abschätzig an. „Wir werfen einen Blick in das Schiff, mehr nicht.“ Es ist eindeutig, sie duldet keine Wideworte. Ianto nickt. Seine Chancen stehen in doppelter bewaffneter Begleitung wesentlich besser. Vielleicht kommt er tatsächlich heil aus der Sache heraus.
Sie wenden sich von dem großen Gebäude, das als Umschlagplatz für menschliche Waren dient, ab und gehen die Reihen der Raumschiffe entlang. Gareth ist es schließlich, der das gesuchte Modell erspäht. Die Ladeluke ist geschlossen und vor dem Schiff hat ein schwer bewaffneter Wachposten Stellung bezogen. Ianto seufzt, er sieht seine Chancen schwinden.
„Es ist nur einer, den unaufällig auszuschalten sollte kein allzu großes Problem sein.“ Tegan klingt wesentlich zuversichtlicher als Ianto sich fühlt. Immer wieder fährt er sich mit den Pfoten nervös über das Gesicht.
Tegan ist in Angriffshaltung, nur noch Sekunden trennen sie von dem alles entscheidenden Aufeinandertreffen. Dann fällt Iantos Blick auf den Müllhaufen, der sich neben dem Schiff türmt. Vor Aufregung sind seine Krallen ausgefahren als er nach Tegans Arm greift. Der Geruch von Blut steigt ihm in die Nase, doch alles was er wahr nimmt ist das Stück Karton, das aus dem Müll ragt. Tegan will ihn anschreien, dann folgt sie seinem Blick. Blut sickert unter der auf ihren Arm gepressten Hand hervor. Dann sieht auch sie die Kiste.
Gareth hat Recht gehabt. Längst muss ein 3D-Modell exisitieren und die ursprüngliche Leinwand des Codes ist nutzlos geworden. Iantos Pfote zittert als er einige Schritte auf den Müllhaufen zu macht. Sein Blick hetzt umher, doch niemanden scheint es zu interessieren was er macht. Er ist ein Kater, im schlimmsten Fall gehen sie davon aus, dass er im Müll etwas zu fressen sucht. Mühsam hebt er einen schweren Sack von dem Berg herunter, lässt ihn dann achtlos fallen und irgendetwas darin klirrt. Immer mehr Schrottteile fallen zu Boden und nach und nach legt er den Karton frei.
Eine Kiste, die ihre Dreidimensionalität verloren hat. Sie wurde zusammengelegt, zumindest hofft Ianto das. Er wird immer panischer, seine Bewegungen fahriger, bis er schließlich einen Teil seiner Kiste in Händen hält. Ein sauberer Schnitt hat dieses Stück von den anderen getrennt. Ein Schluchzen bildet sich wie ein Kloß in seiner Kehle doch er schluckt es herunter, fährt nun noch hektischer fort nach weiteren Kartonteilen zu suchen. Er findet sie. Alle bis auf einen der beiden Teile, die den Karton einst oben schlossen. Einige der Schnittkanten sind sauber. Andere so ausgefrangst, dass die Schachtel an dieser Stelle augenscheinlich zerrissen worden war.
Mit einem erstickten Laut presst Ianto die Einzelteile an seine Brust. Er spürt eine Hand auf seiner Schulter, Gareth will ihn beruhigen. Beruhigen und von hier weg bringen wie es nun scheint, denn sanft aber bestimmt wird er zum Gehen gedrängt. Folgsam setzt Ianto sich in Bewegung, noch immer kann er nicht fassen wie nahe die Kiste seinem Herzen ist. Sie führen ihn zurück zu ihrem Raumschiff und im Frachtraum sinkt Ianto schließlich zu Boden.
Binnen so kurzer Zeit hat der Geruch des Kartons sich verändert. Sie lag im Müll, wurde wie Abfall behandelt und hat diesen Odor für sich übernommen. In mehr als einer Hinsicht ist seine Kiste beschädigt, kaputt, aber das ist auch er. Eine einzelne Träne rollt Ianto über die Wange, verliert sich in seinem Fell. Er wird ihren verraten welche Löcher tatsächlich Teil der Karte sind, doch seinen Schatz hat er bereits gefunden.

 

NaNoWriMo 2015 – Mein Fazit

Wer mir auf Facebook folgt und/oder mich privat kennt, weiß: Der NaNoWriMo hat für mich zeitlich nie ein Problem dargestellt, mein persönlicher Rekord beläuft sich auf 50.000 in 15 Tagen. Also der Hälfte des Monats November. Seit  zwei oder drei Jahren spielte ich deswegen immer wieder mit dem Gedanken es mal mit einem „doppelten NaNo“ zu versuchen. Also zwei Projekte á 50.000 Worte innerhalb eines Monats zu schreiben. Getan hab ich es dann aber doch nie, bis zu diesem Jahr.

2015 hab ich es gewagt. „Jetzt oder nie“, hab ich mir gesagt, „wer weiß wie viel stressiger die kommenden Jahre wohl werden“. Also hab ich den Schritt gemacht, wenn auch so spontan, dass ich auf die Freischaltung meines nanowrimo.org Zweitaccounts bis heute warte. Auch gut, dann eben ohne.

Ohne ist ein gutes Stichwort :

Ohne plotten, ohne planen – das fasst den NaNo 2015 für mich recht gut zusammen. Zwar wusste ich in etwa was ich schreiben will („Endzeit Erotik“ beim einen Projekt, „Ballett Grusel“ beim anderen) aber viel Planung gab es nicht.

Ohne Account für das Zweitprojekt – da ich nicht immer umrechnen wollte wie viel mir auf mein Tagesziel fehlt, hatte ich beschlossen jeden Tag in etwa gleich viel an beiden Projekten zu schreiben, so dass ich die Statistik von Projekt 1 auch in etwa auf Projekt 2 ummünzen konnte. Gesagt getan. 2.000 pro Tag und pro Projekt hatte ich mir vorgenommen und das habe ich auch knappe drei Wochen durchgezogen, mal mehr, mal weniger auf den letzten Drücker und 5 Minuten vor Mitternacht.

Ohne Zeit zu verschnaufen – neben meinem Alltag (und seit Ende Oktober mehr Arbeitsstunden im Brotjob) wurde es mir auf Dauer zu viel, weswegen ich auch an den Tagen 21 und 22 nicht ein Wort geschrieben habe. (stattdessen war ich auf der Vienna Comic Con aber das ist eine andere Geschichte)
Nach und nach merkte ich, dass ich mich selbst unter extremen Druck setzte und mir unterbewusst das Gefühl gab, dass ich weit vor dem 30. November fertig werden müsste. Warum? Keine Ahnung, vielleicht weil das immer so war? Es ist verrückt und das musste ich mir dann auch vor Augen halten, ich stand in einem Wettkampf mit mir selbst, der niemandem außer mir selbst geschadet hat.
Also einen Gang runtergeschraubt und mein tägliches Ziel pro Roman auf 1.000 herabgesetzt. Durch den Wortpolster, den ich mir während der ersten drei Wochen angeschrieben hatte, lag ich auch wunderbar im Rahmen und habe am Sonntag, also einen Tag vor dem offiziellen Ende, jeweils mein 50.000stes Wort geschrieben. Uff!

Was war die größte Herausforderung abgesehen von der reinen Menge?

Wahrscheinlich, dass ich mir eingestehen musste, dass ich abgesehen vom reinen Schreiben nicht viel zustande brachte. Meine Facebook-Seite lag bis auf die täglichen Wordcounts brach und das obwohl es mir während der vergangenen Jahre ungemeinen Spaß gemacht hatte annähernd täglich kleine Textschnipsel oder Anekdoten zu posten. Doch dafür hat dieses Jahr einfach die Zeit gefehlt und das zu erkennen hat mir weh getan und mir das Gefühl gegeben ich hätte mich übernommen.

Im Vorfeld hatte ich vermutet, dass es mir schwer fallen würde täglich zwischen den beiden Projekten zu wechseln, doch das ist dann gar nicht so eingetreten. Manchmal habe ich ein komplettes Pensum nach dem anderen geschrieben, dann habe ich nur etwa 500 Worte an #1 geschrieben ehe ich mich dann zum Ausgleich für 500 Worte #2 zugewendet habe.
So verschieden die beiden Romane auch sind, entweder sie haben sich für mein Gefühl ergänzt oder ich war in eher intensiveren Szenen heilfroh, dass ich eine kleine Pause in einer anderen Welt einlegen konnte.
Nie hatte ich ein Problem damit mich in eines der Projekte einzufinden oder bin mit den Perspektiven durcheinander gekommen – obwohl beide Romane aus der Sicht einer Protagonistin erzählt werden. Doch Nina und Eliza sind großteils ziemliche Gegensätze und es hat mir überraschend viel Spaß gemacht zwischen ihren Köpfen hin und her zu wechseln.

Was habe ich aus dem doppelten NaNo mitgenommen?

Eine Erkenntnis: Ich kann – wenn ich mich von nichts ablenken lasse – 2.000 Worte in einer Stunde schreiben. Werde ich aber wohl nicht öfter wiederholen.

Wie jedes Jahr nach dem NaNo: das tägliche Schreiben! Es ist so wichtig und dennoch lasse ich es immer wieder gerne unter den Tisch fallen.

Was nehme ich mir für den NaNo 2016 vor?

Nein, keinen dreifachen NaNo und auch keinen doppelten mehr. Ich nehme mir etwas vor, das mir persönlich wohl am schwersten fällt: ich will mit einem durchgeplanten und geplotteten Roman an den Start gehen und diesen im Laufe des Novembers in einer Version schreiben, die lesbarer ist als eine rohe Rohfassung.
Ich will mir Zeit nehmen für 50.000 Worte und sie gut nutzen, das ist mein Vorsatz. Ein Vorsatz, der mich wahrscheinlich spätestens im Oktober 2016 in Panik versetzen wird weil ich noch nicht die geringste Ahnung haben werde wovon mein Projekt handeln soll.

Euer Fazit?

In meinem Umfeld tummeln sich sowohl NaNo-Neulinge als auch alte Hasen und jedes Jahr ist es für mich spannend zu beobachten wie es bei anderen vorangeht, was sie lernen und was sie aus dieser Erfahrung mit sich nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Verfasst von - 1. Dezember 2015 in Allgemein, nanowrimo, schreiben