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[Drabble] Von Schnee und Unschuld

Heute gibt es mal wieder einen Wunsch aus Schweden – Erik Anderberg wünschte sich „bunny, beetroot, blizzard“ und leider konnte ich die Alliteration im Deutschen nicht beibehalten:
 
Sie hatte ihm seine Unschuldsmiene nie abgekauft, nein, sie hatte stets gewusst, dass mit ihm etwas nicht stimmte.
Die anderen aber ließen sich von seinem Aussehen in die Irre führen. Fell, so weiß wie frischgefallener Schnee.
Seine Farbgebung war es auch, die dazu führte, dass sie ihn im Schneesturm verloren. Im dichten Gestöber war er auf sich alleine gestellt und sie hoffte, dass er darin sein Ende finden würde.
Aber nein, er kehrte zurück und das nicht einmal hungrig. Das Fell um seinen Mund war blutrot und niemanden störte es.
Er habe Rote Beete gefunden. Wie leichtgläubig konnte man sein?
War das das letzte Drabble für eine Weile?
Ich überlege mal wieder eine Pause einzulegen was den Drabble Donnerstag angeht. Zum einen weil sich die Wünsche in Grenzen halten (und ich in der Vergangenheit immer gerne auf Vorrat geschrieben und die Beiträge geplant habe) und andererseits auch weil ich einige andere (zeitintensive) Projekte auf meinem Tisch liegen habe.
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[Drabble] Von Freunden und Monstern

Heute durfte ich für Dagmar Kapu „Plastikblume, Kuscheltier & Kleiderschrank“ umsetzen ❤
 
Tränen stehen ihm in den Augen. Im Kleiderschrank ist es stockdunkel und er ist froh, dass Nellie ihn so nicht sehen kann. Er ist zu alt um sich zur Beruhigung an seine beste Freundin klammern zu müssen.
Aber sie ist immer hier für ihn. Selbst mitten in der Nacht wenn er aus einem schlechten Traum aufwacht und sich nicht traut seine Eltern zu stören.
Er presst Nellie an sich, atmet ihren Geruch ein. Kein verräterischer Laut kommt aus seinem Zimmer. Ist das Monster endlich verschwunden?
Am Morgen wird er sich bei Nellie bedanken, vielleicht mit einer der Plastikblumen seiner Mutter.
 

[Drabble] Von Rittern und Rettern

Diese Woche geht es mit Erik Anderbergs Wunsch vor die Kamera um „templar“ und „treachery“ im „reality TV„-Style umzusetzen. Uff.

Sie standen in Reih und Glied, in aufgeregter Erwartung der nächsten Aufgabe. Die Sonne brannte heiß vom Himmel und Schweiß breitete sich auf den Gesichtern der Männer aus. Immerhin waren ihre Mäntel weiß, der einzige Farbtupfer das rote Tatzenkreuz über der linken Schulter, ihr Erkennnungszeichen.
Der lang gewundene Pfad erstreckte sich vor ihnen. Bald würde er vor Pilgern wimmeln, die es vor Überfällen zu schützen galt. Sie könnten als eine Einheit kämpfen, die Aufgabe gemeinsam meistern, doch das war nicht das gewünschte Vorgehen. Verrat und Missgunst standen an der Tagesordnung.
“Action!” hallte es durch die Luft und sie liefen los.

 

[Drabble] Von Nervosität und Freiheit

Der Wunsch dieser Woche ist ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für Jacy Sakura und die Vorgaben lauteten „Metal – Zen – Freiheit“:
Sein Herz rast, Nervosität macht ihm zu schaffen.
Egal wie regelmäßig es geschieht, die finalen Minuten ehe er die Bühne betritt, machen ihm stets zu schaffen. So viel kann schiefgehen.
Die Instrumente sind bereit, ebenso die anderen Mitglieder der Band. Seine Hände zittern.
Das Scheinwerferlicht ist gleißend, die Halle zum Bersten gefüllt.
Er schließt die Augen, atmet tief durch. Seine Finger legen sich auf die Saiten und das Zittern lässt nach. Die ersten Töne erklingen, gleich ist es an ihm einzusteigen.
Die Gedankenflut versiegt. Willkommene Leere. Freiheit. Nichts exisitert außer ihm und der Musik.
Zen und die Kunst des Metals
 

[Drabble] Von Geschenken und Bedingungen

Der heutige Wunsch kam mal wieder von Sandra Washausen und lautete „Märchen, Rätsel, Geschenk“:
 
“Gib mir einen Tipp, bitte!” jammerte Jo und sah ihre Großmutter flehend an, doch diese schüttelte den Kopf.
“Mein Geburtstag war vor einer Woche, ich schaff es einfach nicht!”
Großmutter verdrehte die Augen und beinahe bereute Jo es gefragt zu haben.
“Ist dein Leben ein Märchen?”
Mit gesenktem Blick schüttelte Jo den Kopf.
“In dieser Welt bekommt man nichts ohne Gegenleistung, es ist Zeit, dass du das lernst!”
Jo biss sich auf die Unterlippe um die aufsteigenden Tränen zurückzudrängen.
“Du musst nur das Rätsel lösen, das ich dir aufgegeben habe, dann bekommst du dein Geschenk.”
Jo nickte und gab auf.
 

[Drabble] Von Müttern und Söhnen

Heute durfte ich mal wieder einen Wunsch von Amy Nika Astra (Stricknadeln, Bohrmaschine, Wasserglass) erfüllen:
 
“Mum!”
Das erste Rufen schaffte sie zu ignorieren, doch beim nächsten Mal klang die Stimme ihres Sohnes wesentlich näher. Sie seufzte und mit einem leisen Klackern ließ sie ihre Stricknadeln auf die Wolle sinken.
“Kannst du mir helfen?” Er streckte den Kopf zur Tür herein und sah sie abwartend an. Sie gestikulierte ihm vorzugehen, legte das Strickstück beiseite, nahm einen Schluck aus ihrem Wasserglas und folgte ihm in sein Zimmer.
Mittlerweile überragte er sie um mehr als einen Kopf, es war seltener geworden, dass er sie brauchte.
“Ich komme damit nicht zurecht”, murmelte er und hielt ihr die Bohrmaschine hin.
 

[Drabble] Von Planeten und Vermissten

Der heutige Wunsch am mal wieder von der großartigen Sandra Washausen und die Vorgaben „fremder Planet – Reim – heiße Schokolade“ wurde mit Hilfe eines Planetennamengenerators umgesetzt.
 
Kailen nahm einen Schluck ihrer heißen Schokolade und ließ den Blick noch einmal über die spärlichen Informationen gleiten. Es sollte simpel sein. Auf dem Planeten landen, den Auftrag erfüllen und die planetarische Fremde wieder hinter sich lassen.
Führt deine Reise dich nach Uytov
bietet sich für Geschichten viel Stoff.
Doch viele Besucher wollen nie mehr geh’n
aus Angst um all die verpassten Ideen.
Es war eine Warnung und zugleich der Grund für ihren Auftrag. Seit Jahren wurde ihre Zielperson vermisst, nun endlich hatte seine Familie genug gespart um Kailen für die Vereining mit Frau und Kinder zu entlohnen zu können.